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„Arbeit ist der Schlüssel zur Integration“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Agenturchef Weise und Landrat Sager zur Asylfrage

von
erstellt am 11.Sep.2015 | 17:35 Uhr

Die Bundesagentur für Arbeit will finanziell und personell die Integration von Flüchtlingen massiv unterstützen. Kurzfristig sollen bis zu 3000 neue Mitarbeiter für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg vermittelt werden, zudem sollen rund
200 Millionen Euro für die Sprachförderung fließen. Das kündigte Frank–Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur, gestern bei einem Besuch in Ostholstein an.

„Arbeit ist der Schlüssel zur Integration. Wenn wir jetzt nichts tun, werden wir alle in Deutschland 2016 ein Riesenproblem bekommen“, sagte Weise im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Vorstand der Agentur habe deshalb am Donnerstag eine
Reihe von Maßnahmen beschlossen, das die von Kanzlerin Angela Merkel angekündigte Initiative zur besseren staatlichen Organisation der Flüchtlingsbetreuung flankieren solle. „Da wird von uns noch mehr kommen. Mein Eindruck ist, dass an den Engpässen beim Personal und bei der Zusammenarbeit aller Behörden viel passieren wird“, so Weise.

Damit dürfe keinen Tag länger gewartet werden, bekräftigte Landrat Reinhard Sager, der Weise zu Gesprächen beim Jobcenter in Eutin und der Baufirma Gollan in Beusloe begleitet hatte, die Dringlichkeit koordinierten staatlichen Handelns. „Vielerorts müssen Landkreise bereits den Katastrophenschutz einschalten, um die Lage bewältigen zu können. Wenn das so weitergeht, ist auch die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung irgendwann erschöpft. Deutschland braucht dringend eine Atempause“, sagte Sager als Präsident des Deutschen Landkreistages.

Er appellierte an Bund und Länder, „sich jetzt schnell und über alle Parteigrenzen hinweg auf Maßnahmen zu verständigen, die zu einer sofortigen Entspannung der Situation in den Landkreisen, Städten und Gemeinden führen.“ Dazu gehöre, dass Sozialleistungen für Flüchtlinge und Asylbewerber ohne Bleibeperspektive deutlich gesenkt würden.

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