Malente : Anwohner klagen über Bau-Lärm

Laster hinter Laster: Nur die wenigsten halten sich laut Anwohner an das Tempolimit 30 in der Sackgasse. Foto: Constanze Emde
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Laster hinter Laster: Nur die wenigsten halten sich laut Anwohner an das Tempolimit 30 in der Sackgasse. Fotos: Emde (2) / Jacobsen

Lagerplatz in der Wohnstraße stört Anwohner auch nach den Arbeiten am Gleis zwischen Eutin und Malente. 40-Tonner rauben Anwohnern der Voßstraße den Nachtschlaf.

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16. Oktober 2018, 13:32 Uhr

Es ist laut, dreckig und für die Anwohner eine scheinbar endlose Belastung – die Bauarbeiten der deutschen Bahn an der Strecke Eutin-Malente und die damit verbundenen zahlreichen Materialfahrten der 40-Tonner durch ihre Sackgasse.

„Die Arbeiten müssen ja gemacht werden, aber muss man dafür einen Lagerplatz suchen, der am Ende einer sandigen Wohnstraße mit Tempo 30 ist?“, fragt Gerd Jacobsen. Der 70-Jährige hatte, wie viele seiner Nachbarn auch, gehofft, mit dem Ende der Bauarbeiten am Gleis udn den fahrenden Zügen hören auch die Lärmbelästigungen in der Nacht auf. „Die schweren 40-Tonner fahren in sieben Meter Entfernung Tag und Nacht am Schlafzimmerfenster vorbei teilweise im Minutentakt – auch jetzt noch“, sagt Jacobsen. Er habe das Glück, mit seinen Hörgeräten, die er nachts raus nehme auch den Großteil das Lärms beiseite zu legen. Seine Frau aber ist Ende September mit Beginn der Bauarbeiten vom Schlafzimmer ausgezogen in den letzten Winkel des Wohnzimmers, das Richtung Garten die Fenster hat. „Ich bin Diabetikerin und schlafe schlecht, die letzten Nächte habe ich meistens sitzend verbracht und der Tag ist dann auch entsprechend im Eimer“, sagt Rosemarie Jacobsen. Sie frage sich, ob man die schweren, lauten Arbeiten wie das Schienenverladen nicht in die Tageszeit hätte legen können. „Durch bessere Organisation hätte das doch gehen müssen“, sagt sie. Jacobsens haben sicherheitshalber ihr Haus aus dem Jahr 1930 fotografiert, aus Angst es könnten durch die Vibrationen Schäden entstehen. „Die Nachbarn, dei deutlich weiter hinten liegen, sagten, es hätte selbst bei ihnen alles gewackelt“, berichtet das Paar.

Auch ihre 39-jährige Nachbarin klagt über die lauten Arbeiten zu „Unzeiten“: „Samstagabend kurz nach 22 Uhr haben sie mit dem Verladen der Schienen begonnen. Sonntagmorgen ging es 5.30 Uhr weiter“, sagt die Anwohnerin. Davon habe in der Postkarte der Bahn, die über Bauarbeiten informiert habe, nichts gestanden. Ihre Kinder habe die Fahrt der 40-Tonner im Minutentakt zum Glück nicht aus der Nachtruhe gebracht, sie wisse aber von einer jungen Familie und berufstätigen Anwohnern, dass es zur großen Belastung wurde. „Meine Lütte kann halt gerade nicht draußen spielen, ich habe keine Ahnung wie ich lüften soll und Wäschetrocknen geht bei diesem Dreck in der Luft auch nicht“, sagt die Mutter.

Neben Staub und Lärm stört auch die kaputt gefahrene, wassergebundene Straße die Anwohner: „Die Lkw fahren über den Bürgersteig, um um die 90-Grad-Kurve zu kommen. Das ist mittlerweile eine Ebene“, sagt die 39-Jährige und findet ebenso wie die Jacobsens, dass doch wenigstens gegen den Staub durch regelmäßiges Befeuchten etwas hätte getan werden können.

Die Bahn antwortet auf Nachfrage, dass „die Restarbeiten demnächst erledigt“ seien, ein genauer Zeitplan aber nicht vorliege. Die durch die Bauarbeiten beschädigten Straßen und Gehwege würden aber wieder durch die Bahn hergestellt, teilte Pressesprecherin Sabine Brunkhorst mit. Die Gemeinde Malente reagierte unterdes nach OHA-Info sofort und will sich nun umgehend mit der Bahn und den Anwohnern in Verbindung setzen.

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