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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 02:34 Uhr

Malente : Anonyme Vorwürfe gegen Rönck

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Bürgermeisterkandidatin erhält jedoch Rückendeckung von ihrem Vorsteher im Amt Oldenburg-Land, Gerd Heino.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 15:01 Uhr

Bürgermeisterkandidatin Tanja Rönck hatte eigentlich von Beginn an mit offenen Karten gespielt. Sie räumte mit Bekanntwerden ihrer Kandidatur für das Malenter Bürgermeisteramt im Februar 2015 einen „Karriereknick“ ein. Im September 2011 sei sie Leitende Verwaltungsbeamtin im Amt Oldenburg-Mitte geworden, im Dezember 2014 habe sie diese herausgehobene Stellung wieder abgegeben und sei ins Hauptamt gewechselt, wo sie sich bis heute um die Bereiche Wirtschaft und Tourismus, ländliche Räume, demographischer Wandel sowie Ortsrecht kümmere.

Im Wahlkampf hatte sie auf entsprechende Nachfragen öffentlich immer erklärt, sie habe mit dem neuen Amtsvorsteher, der seit der Kommunalwahl im Mai 2013 gewählt worden sei, ihre Vorstellungen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen nicht mehr umsetzen können und sei deswegen ins zweite Glied zurückgetreten, womit sie die Verantwortung für die Personalführung abgegeben habe.

So weit, so gut. Doch nun wurde dem Ostholsteiner Anzeiger und offenbar auch anderen Medien anonym eine Sitzungsniederschrift aus dem Bereich des Amts Oldenburg-Land zugespielt, aus der hervorzugehen scheint, dass Tanja Rönck nicht von sich aus ins zweite Glied zurückgetreten ist. Der Absender gab seine Identität in einem vorigen Telefonat nicht preis, erklärte aber, er sei ein enttäuschter Wähler von Tanja Rönck. Denn sie habe nicht die Wahrheit über ihren Rücktritt gesagt, weil dieser gar nicht freiwillig erfolgt sei, sondern nur, um ihrer Abwahl zuvorzukommen.

In der Niederschrift heißt es tatsächlich: „Gemäß einstimmigem Beschluss des Amtsausschusses wird die bisherige Leiterin, Frau Rönck, ihres Amtes enthoben...“ Doch Amtsvorsteher Gerd Heino stützt die Version von Tanja Rönck, obwohl er es war, mit dem die 46-Jährige Differenzen hatte. Ihr Rücktritt sei „einvernehmlich erfolgt“, erklärte er gestern. Der Beschluss des Amtsausschusses sei anschließend dennoch gefasst worden, um eine sichere Rechtsgrundlage zu haben. Es habe Differenzen mit ihm und weiteren Bürgermeistern gegeben, sagte Heino. Doch nun gebe es keinen Grund für Kritik: „Wir sind mit ihrer Arbeit sehr zufrieden.“ Tanja Rönck habe ihn auch frühzeitig über ihre Kandidatur als Bürgermeisterin informiert: „Wir haben immer mit offenen Karten gespielt“, erklärte Heino.

Auch Heinos Stellvertreter, der Göhler Bürgermeister Thomas Bauer, stützt Tanja Röncks Version: Es habe nach einem Wechsel des Amtsvorstehers nicht mehr so geklappt. Der Rücktritt sei aber ihr Wille gewesen.

„Sauer und traurig“ zeigte sich Tanja Rönck über die Vorwürfe. Es sei nicht der erste Versuch, sie als Bürgermeisterkandidatin in Misskredit zu bringen. Doch alle Vorwürfe hätten sich als haltlos erwiesen. Dies geht auch aus den Worten von Gerd Heino hervor. Er bestätigt, dass jemand versucht habe, Tanja Rönck bei ihm anzuschwärzen, weil sie ihre Pflichten im Amt wegen ihres Bürgermeisterwahlkampfes vernachlässigt habe. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen.

Im ersten Wahlgang hatte die von den Freien Wählern Malente (FWM) aufgestellte, parteilose Tanja Rönck unter vier Kandidaten 48,4 Prozent der Stimmen geholt. Sie tritt nun am kommenden Sonntag, 19. Juni, in einer Stichwahl gegen den unabhängigen, ebenfalls parteilosen Bewerber Christian Witt (46) an, der auf 20,0 Prozent kam.

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