Anlieger genervt von lautstarken Partys auf dem Schulhof

Hinterlassenschaften einer Freiluftparty, die darüber hinaus zahlreiche Anwohner in der Nachtruhe gestört hat.
Hinterlassenschaften einer Freiluftparty, die darüber hinaus zahlreiche Anwohner in der Nachtruhe gestört hat.

shz.de von
13. August 2018, 12:59 Uhr

Elsa Weidler ist sauer. Und wer die Fotos sieht, die sie am „Tatort“ gemacht hat, kann es gut verstehen: Sonntagmorgen war der Schulhof Am Kleinen See übersät mit Müll und leeren Flaschen, einige davon zerbrochen.

In einem offenen Brief an die Stadt forderte sie gestern vom Bürgermeister „geeignete Maßnahmen für Ruhe und gegen Lärmbelästigung, Müll und Vandalismus zu ergreifen. Es kann nicht sein, dass sich die Bürger immer wieder wegen Ruhestörung an die Polizei wenden müssen, dass die Bürger ihre Rechte auf Ruhe und ein rücksichtsvolles Zusammenleben einfordern müssen, zumal die Belästigungen bekannt sind.“

In der Nacht zu Sonntag hätten etwa 20 Jugendliche bis 2 Uhr auf dem Schulhof gefeiert, begleitet von lauter Musik und Grölen, und sie hätten in Mengen Alkohol konsumiert. Um 1 Uhr habe sie die Eutiner Polizei angerufen, es habe aber niemand abgehoben.

Am Kleinen Eutiner See werde die Nachtruhe an den Wochenenden sehr oft, heftig und anhaltend gestört. „Es ist für mich ausgesprochen stressig und unangenehm, die Ordnungshüter zu rufen. Auch diese Beschwerde macht mir Arbeit und Stress.“ Das gleiche Problem gebe es im Seepark, am Schulhof der Wilhelm-Wisser-Schule und an vielen anderen Orten in der Stadt. „Ein Tourist, der diese Situation mitbekommt, wird kein zweites Mal in Eutin übernachten, da können die Festspiele, das Schloss und andere Sehenswürdigkeiten noch so attraktiv sein.“

Nach Auskunft von Stefan Muhtz, Sprecher der Polizeidirektion Lübeck, waren Kollegen tatsächlich bei der Gruppe, die Am Kleinen See gefeiert hatte: Die hätten sich auf Beschwerden über Lärmbelästigung von Anwohnern sehr einsichtig gezeigt und auch bereitwillig eine Mobilfunknummer eines Verantwortlichen mitgeteilt.

Der Anruf von Elsa Weidler sei auf der Eutiner Station nicht angenommen worden, weil die Beamten der Nachtschicht zu diesem Zeitpunkt zu einem anderen Einsatz – übrigens ebenfalls wegen Ruhestörung – Am Priwall gewesen seien. Muhtz: „Hätte Frau Weidler den Polizeiruf 110 gewählt, wäre ein anderer Streifenwagen losgeschickt worden.“

Die in dem offenen Brief genannten Orte, an denen gerne laut gefeiert werde, seien der Polizei natürlich bekannt. Dort gebe es immer wieder mal Beschwerden und Einsätze, aber es seien aus polizeilicher Sicht keine echten Problembereiche.

Von Claudia Mohns, die im Rathaus zurzeit die Wache hält, weil der Bürgermeister in Urlaub ist, kam gestern die Auskunft, dass es wohl für die Verwaltung schwierig sein werde, solche Ereignisse zu vermeiden. Im aktuell vorliegenden Fall Am Kleinen See habe das Ordnungsamt aber die Möglichkeit, jemand für die Folgen der Party zur Verantwortung zu ziehen: „Für die Reinigung des Schulhofes wird da sicher noch etwas kommen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen