Anlegesteg am Immenhof

Ole Marxen erläuterte anhand eines Planentwurfs des Kieler Landschaftsarchitekturbüros Muhs die Baumaßnahmen auf Gut Immenhof sowie Sinn und Zweck des Anlegestegs (oben links) für die Kellerseefahrt.
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Ole Marxen erläuterte anhand eines Planentwurfs des Kieler Landschaftsarchitekturbüros Muhs die Baumaßnahmen auf Gut Immenhof sowie Sinn und Zweck des Anlegestegs (oben links) für die Kellerseefahrt.

Ole Marxen stellte Vorhaben bei Aktiv-Region vor / Weitere Themen: Musikakademie, autonome Kleinbusse und Energiesparprojekt

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03. März 2017, 10:53 Uhr

Einen Anlegesteg für die Kellerseefahrt will Ole Marxen, Geschäftsführer der Gut Rothensande GmbH & Co. KG, am Ufer von Gut Immenhof bei Malente in den See bauen lassen. Bei der Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz hat er dafür eine 50-prozentige Förderung beantragt und stellte in einer Vorstandssitzung der Aktiv-Region das Projekt vor.

Marxen kalkuliert mit Baukosten von rund 62 000 Euro. „Der Steg muss 26 Meter lang sein, weil der See im Uferbereich sehr flach ist und das Motorschiff Luise mindestens einen Tiefgang von 1,40 Meter benötigt“, erläuterte Marxen. Für die Kellerseefahrt wäre es eine Attraktion neben dem Ziel Seehütte von Fischer Schwarten am Ende der Kellerseestraße und ermöglichte auch Kanuten das An- und Ablegen. Das Gut Immenhof könne davon profitieren. Es wird aktuell restauriert und zu einem Ferienhof mit 128 Betten umgebaut. Nach Fertigstellung 2018 ist das Areal für Tagesgäste öffentlich zugänglich, die das Restaurant mit Seeterrasse oder die geplanten kulturellen Angebote nutzen wollen.

Die zusätzliche Haltestelle wird laut Marxen in den Fahrplan der Kellerseefahrt aufgenommen. Der Zugang zum Steg soll über einen wassergebundenen Weg zwischen Pferdestall und Melkhus erfolgen. „Die Menschen wollen Wasser erleben, selbst ohne Kellerseefahrt ist ein Steg sehr geboten“, sprang Eutins Tourismus-Chef Per Köster Marxen bei und beantwortete damit indirekt Einwürfe von Heiner Staggen (Bauernverband Plön) und Horst Weppler (Kreis Ostholstein), ob das Gut Immenhof denn immer öffentlich zugänglich sein werde. Dafür sei der städtebauliche Vertrag da, versicherte Joachim Schmidt, Vorsitzender der Aktiv-Region.

Der Eutiner Hans-Wilhelm Hagen, ehemaliger Vorstand der Eutiner Volksbank und jetzt im Ruhestand, beantragte 50 000 Euro für Anschubfinanzierung und Aufbau einer Musikakademie. Er will eine Stiftung „Neue Musik-Impulse Schleswig-Holstein“ gründen mit dem Ziel, junge Musiker zu fördern. Eine Initiative „HanseBelt Musik classical Beat“ als musikalischer Brückenschlag mit Partnern in Schweden, Dänemark und Lübeck soll Schülern und Studenten neue Formen der Verbindung von moderner und klassischer Musik näher bringen. Konzerte und Auftritte an ungewöhnlichen Plätzen runden das Konzept ab.

Für Planung und Umsetzung brauche es professionelle Dienstleister. Hagen schwebt eine zehntägige Sommerakademie in den Torhäusern auf dem ehemaligen Bauhofgelände vor. Das koste rund 160 000 Euro, davon 100 000 Euro förderfähig, inklusive Übernachtung und Verköstigung der Teilnehmer. Für sie ist der Workshop kostenlos. Ab 2018 bis 2020 habe das Land signalisiert, eine weitere Förderung über das Interreg-Programm zu bewilligen, erklärte Hagen.

Horst Weppler stellte ein Konzept zu autonomen Kleinbussen in Ostholstein vor. Die Zukunft gehöre der Elektro-Mobilität, autonomes Fahren (ohne Fahrzeuglenker) sei angesagt, betonte Weppler den Imagewert und die neuen Möglichkeiten für den öffentlichen Nahverkehr. Er will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die rund 25  000 Euro kostet. Eine Förderung bis zu 80 Prozent wäre möglich. Für Eutin böte sich ein möglicher Einsatz auf der Linie Krankenhaus, Bahnhof, Innenstadt, Markt und Schloss mit Seeuferpark an. Einen weiteren touristischen Einsatz sieht Weppler innerorts des Ferienzentrums Weißenhäuser Strand mit Anbindung zum Bahnhof in Oldenburg. Finanziell beteiligt wären die Weißenhäuser Strand GmbH (rund 4000 Euro), die Stadt Eutin (750 Euro), der Kreis (rund 3000 Euro) und das Amt Oldenburg (750 Euro).

Ein solares Eisspeicher-System zur CO2-Einsparung und für eine nahezu 100-prozentige erneuerbare Wärmeversorgung von drei Preetzer Schulen und drei Preetzer Sporthallen war weiterer Punkt der Tagesordnung. Diesen stellten Ina Kraus, Klimaschutzmanagerin des Kreises Plön, und Hans Eimannsberger vor. Er ist Leiter der Energieagentur der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH) und engagiert sich ehrenamtlich für das Vorhaben, da er in Preetz nahe Schulen wohnt. Im Förderantrag an die Aktiv-Region geht es um Geld (bis zu 80 Prozent sind möglich) für eine Machbarkeitsstudie, die rund 20  000 bis 25 000 Euro kostet.

Das Gremium entscheidet über diesen und alle anderen Anträge in der nächsten Sitzung am 30. März (18.30 Uhr, Gasthaus Zum Frohsinn, Bosau).

Der Punkt „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft – Vernetztes Denken“ wurde abgesetzt. Als Grund gab Geschäftsführer Günter Möller an, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) habe eine Förderung abgelehnt. Jetzt müsse man sehen, wie eine Finanzierung hinzubekommen sei.

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