Anlage für Sicherheitstraining ist fertig

Volker Stolley (mit Warnweste) leitete gestern das Training.
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Volker Stolley (mit Warnweste) leitete gestern das Training.

In der Rettberg-Kaserne wurde Platz für ein zusätzliches Angebot der Bundeswehrfahrschule geschaffen / Zukunft des Kraftfahrausbildungszentrums gesichert

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11. Juni 2014, 11:57 Uhr

Bauprojekte im öffentlichen Dienst und besonders bei der Bundeswehr dauern gerne etwas länger. So sollte das, was gestern am Rande der Rettberg-Kaserne geschah, eigentlich schon im November vergangenen Jahres passieren: die Eröffnung eines Verkehrsübungsplatzes.

Die angeblich wetterbedingte Verspätung war eher eine Notiz am Rande, dafür gab es eine wichtige Nachricht: Das Kraftfahrausbildungszentrum Eutin gehört zu den 25 Fahrschulen, die der Bundeswehr erhalten bleiben. „Das haben wir vergangene Woche definitiv erfahren“, sagte Hauptmann Torsten Lissner, der Leiter der Fahrschule. Zu deren Stammpersonal gehören fast 70 Soldaten, darunter 32 Fahrlehrer. Um die 600 Soldaten im Jahr erwerben in Eutin den Lkw-Führerschein. Und neuerdings können sie für Lkw wie Pkw ein Sicherheitstraining absolvieren, das auf jeden Fall für Soldaten vorgeschrieben ist, die in den Auslandseinsatz gehen.

Als erste kamen gestern Soldaten der 3. Kompanie des Aufklärungsbataillons 6 in den Genuss des siebenstündigen Trainings, die in Kürze in das Kosovo verlegen. Mit dem Mercedes-Geländewagen Wolf und dem Nissan Pathfinder probten sie unter anderem Vollbremsungen auf trockener wie auf nasser Straße, außerdem auf einer eigens mit Spezialfarbe präparierten Fläche, die durch Bewässerung zur Rutschbahn wird.

In erster Linie gehe es darum, dass die Soldaten die Reaktionen der verschiedenen Fahrzeuge kennen lernten und eine defensive Fahrweise entwickelten, sagte Hans-Peter Rechter. Der Hauptmann ist Sachgebietsleiter für Verkehrssicherheit der Bundeswehr mit Dienstort Mönchengladbach. In den Trainings lernten die Fahrer außerdem die unterschiedlichen Reaktionen von Fahrzeugen mit und ohne Antiblockiersystem (ABS) kennen. Der Wolf zum Beispiel hat kein ABS. Retter: „Wenn Sie da eine Vollbremsung machen, blockieren die beiden Vorderräder, aber nicht die Hinterräder, weil das Auto sonst ins Schleudern geriete. Genau das geschieht aber, wenn der Fahrer den ,Allradantrieb Straße‘ eingeschaltet hat – und das weiß so gut wie niemand.“

In Eutin hat der Fahrlehrer Volker Stolley die Zusatzausbildung, die dem Stabsfeldwebel ermöglicht, Sicherheitstraining für Pkw zu leiten. Daneben gibt es zwei Fahrlehrer für Sicherheitstraining mit Lkw, das sich vom Inhalt her aber kaum von den Seminaren für Pkw unterscheidet.

Nächstes Jahr soll außerdem eine Geländelehrbahn mit zwölf Stationen fertig sein, von denen fünf bereits genutzt werden: Für Auslandseinsätze werden dort extreme Steigungen (fast 37 Prozent), Geröllstrecken, oder auch ein Knüppeldamm überwunden, und das sowohl mit Pkw wie auch Lkw und gepanzerten Fahrzeugen. Sicherheits- und Geländelehrgänge hätten sich auf jeden Fall bezahlt gemacht, hieß es gestern, die Zahl der Unfälle bei Auslandseinsätzen habe sich seither fast halbiert.

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