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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 10:42 Uhr

Anhänger wurde zur Todesfalle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gericht ahndet den Unfalltod eines 54-Jährigen

von
erstellt am 19.Dez.2016 | 11:44 Uhr

Mit einer Geldstrafe von 4800 Euro sanktionierte das Amtsgericht Plön das Fehlverhalten eines 72-jährigen Rentners aus dem Kreis Plön, das am 15. Dezember 2015 zu einem tödlichen Verkehrsunfall geführt hatte: Ein 54-jähriger Familienvater war gestorben.

Der Angeklagte war mit einem Pkw und einem doppelachsigem Anhänger auf der Bundesstraße 76 von Eutin in Richtung Plön unterwegs. Die Ladung des Anhängers bestand aus 40 Dielenbrettern mit einem Gewicht von 300 Kilogramm, die nicht besonders gesichert transportiert wurden.

Kurz hinter der Kreisgrenze in der Gemeinde Bösdorf geschah dann im Dunkeln der folgenschwere Unfall: Der Hänger geriet ins Schleudern, scherte nach links auf die Gegenfahrbahn aus, streifte einen entgegen kommenden Pkw, bevor er sich nach einer Vollbremsung völlig quer stellte. Einem anderen Fahrer gelang es nicht, eine Kollision mit dem Hänger zu vermeiden.

Mit circa 50 Kilometer pro Stunde, so die Annahme des Sachverständigen, prallte der Pkw auf den zwei Tonnen schweren Anhänger. Die dabei erlittenen Verletzungen waren so schwer, dass der Mann noch an der Unfallstelle starb.

Der mit der Unfalluntersuchung beauftragte Sachverständige kam zu der Überzeugung, dass ein Aufschaukeln der Ladung den Hänger aus der Spur gebracht und ein ungenügender Luftdruck eines der Hängerreifen diesen Vorgang noch begünstigt haben könnten. Auf diesen Vorhalt erklärte der Angeklagte, der sich bei den Hinterbliebenen unter Tränen entschuldigte, dass er zwar Spanngurte dabei, diese aber nicht angebracht hätte.

Die ehemals vier Meter langen Dielenbretter habe er vor der Verladung so gekürzt, dass sie diagonal verlegt auf die Ladefläche passten. Die etwa ein Meter langen gekappten Stücke habe er links und rechts neben die Dielenbretter gepackt und diese so fest verkeilt, dass sie ihre Lage nicht hätten verändern können. Zum anderen sei die 30 Zentimeter hohe Bordwand des Hängers rundherum geschlossen und noch mit einem Drahtgitter um 80 Zentimeter erhöht gewesen. Die Verwendung der Gurte hätte nach seiner Einschätzung kein Mehr an Sicherheit gebracht.

Das sah das Gericht anders und hielt dem Angeklagten vor, dass gerade ihm, der als Ingenieur lange Jahre einen technischen Beruf ausgeübt habe, eine bessere Befestigungslösung hätte einfallen müssen. Das Gericht sah den Vorwurf der fahrlässigen Tötung als erwiesen an und verhängte die Geldstrafe. Dabei hielt das Gericht dem Verurteilten zugute, selbst psychisch anhaltend unter dem Geschehen zu leiden.

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