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Angler fischten 80 000 Eier von Meerforellen aus dem Lachsbach

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 01.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Wenn es kalt wird in der Holsteinischen Schweiz und sich die Menschen in den warmen Stuben vor die Kamine verkriechen, dann ist für die Angler die beste Zeit. Sie stehen bis zum Hintern im kalten Wasser des Lachsbachs und stellen Meerforellen und Lachsen hinterher. Nicht zum Nahrungserwerb, sondern um den Fischen bei der Fortpflanzung zu helfen.

So geschehen kürzlich am Lachsbach bei Sierhagen. Dort nahmen sogar eine biologisch interessierte Schulklasse aus Timmendorfer Strand, Vertreter des Sea Life Centers und des Wasser- und Bodenverbandes sowie Naturschützer teil. Dazu zählten in erster Linie die Angler des Kreisangelfischerverbandes Ostholstein unter der Leitung des Referenten für Umwelt- und Naturschutz Johannes Fischer aus Timmdorf der Mark und Dennis Kriga und den Fischwirtschaftsmeister Helmut Schwarten aus Bad Malente-Gremsmühlen mitgebracht hatte.

Sie hatten es gemeinsam auf Meerforellen und Lachse abgesehen, die aus der Ostsee zum Ablaichen in den kleinen Lachsbach kommen. Doch dort sind die Bedingungen durch Ablagerungen von Substraten in den Laichbetten nicht optimal. Die abgelegten und befruchteten Fischeier würden keinen Sauerstoff bekommen und absterben. Damit das nicht passiert, fangen die Angler die Meerforellen und Lachse, streifen von den Rognern die Eier ab und befruchten sie ganz unspektakuläre in einer Plastikschale mit dem Samen der Männchen. So kamen an diesem Tag am Lachsbach rund 80  000 Fischeier zusammen, die jetzt bereits im Bruthaus des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein in Aukrug betreut werden. Die kleinen Fische schlüpfen im Frühjahr aus den Eiern. Sie werden dann von den Anglern wieder im Lachsbach ausgesetzt. Dort leben sie drei bis fünf Jahre und steigen in die Ostsee ab. Danach beginnt für die Fische der Kreislauf. „Im nächsten Jahr geht es an die Schwentine unterhalb des Schießplatzes Kasseedorf zum Abfischen“, freut sich Johannes Fischer schon. Dort sind die Angler seit vielen Jahren aktiv und freuen sich auf die Ergebnisse ihrer Arbeit.



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