Aus dem Gericht : Angeklagte sahen ihre Schuld ein

Eine Schlägerei nach dem Malenter Halloween-Fest endete am Montag vor dem Eutiner Amtsgericht.

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15. Mai 2012, 12:04 Uhr

Eutin | Alkohol und Dummheit führten gestern drei junge Männer vor das Eutiner Strafgericht. Nach einer Halloween-Party in Malente sollen sie im vergangenen Oktober zwei andere junge Männer durch Malente verfolgt und anschließend verprügelt haben. Am Ende wurden die Verfahren gegen Geldbußen in Höhe von 600, 400 und 200 Euro eingestellt.

Wieso sie überhaupt nach dem Fest der Malenter Feuerwehr die beiden späteren Opfer provozierten, konnte keiner der Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren mehr sagen. Es sei wohl der Alkohol gewesen, mutmaßte einer der Angeklagten. Zu dritt standen sie nach der Feier an der Lütjenburger Straße, als die beiden Malenter vorbei kamen. "Wir wurden angepöbelt mit ,Ich glaube, die beiden wollen auf die Fresse haben", erinnerte sich einer der beiden 23 Jahre alten Zeugen. Da seien sie natürlich umgekehrt und es sei zu einer Rangelei gekommen. Weshalb das natürlich sei, wollte Amtsrichter Otto Witt wissen. "Ich weiß nicht, weshalb wir uns das gefallen lassen sollten", so die Antwort. Nach der Rangelei machten die beiden Männer sich weiter auf den Heimweg.
Mutter eines Angeklagten fuhr das Auto

Für die Angeklagten war die Sache aber damit noch nicht beendet. Sie riefen per Handy weitere Freunde herbei, setzten sich ins Auto und verfolgten die beiden Malenter. Da alle drei Angeklagten ordentlich Alkohol getrunken hatten, fuhr die Mutter eines der Männer. Die beiden Malenter bemerkten die Verfolgung und trennten sich. Während einem die Flucht auf ein Grundstück gelang, wurde der andere von den Angeklagten gestellt. "Ich wurde zu Boden gedrückt und dann traten mehrere Männer auf mich ein", schilderte der Einzelhandelskaufmann. Rund 20 Tritte habe er abbekommen und einen Rippenbruch davongetragen.

Dass sie sich falsch verhalten hatten, dass sahen die drei Angeklagten inzwischen ein. "Schon dass sie den Männern hinterher gefahren sind war ein Fehler" ermahnte Witt und prangerte den Rachegedanken an. Am Ende kamen die Angeklagten, von denen zwei noch in der Ausbildung sind, mit einer Geldbuße davon.

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