Eutin : Andrang beim Grundstückskauf

Die früheren Werkstätten der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) will Geschäftsführer Sven Meyer zu Büros umbauen lassen.
Die früheren Werkstätten der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) will Geschäftsführer Sven Meyer zu Büros umbauen lassen.

Die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein kann sich inzwischen die Käufer aussuchen: Gewerbeflächen sind begehrt.

shz.de von
08. August 2018, 11:51 Uhr

Die Käufer stehen Schlange. Noch sind es recht kurze Schlangen bei der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh), wenn sie ihre Gewerbegrundstücke anpreist, doch die ersten sind da. Seit einigen Jahren hat der Verkauf solcher Flächen deutlich zugenommen, wie Jens Meyer sagt. Meyer (47) ist seit diesem Jahr Geschäftsführer der Egoh in Eutin und erlebt eine Entwicklung, die er in den 18 Jahren zuvor, bei seiner Arbeit für Tourismus- und Wirtschaftsförderung in dem Haus, nicht erlebt hat. „Bis 2013 haben wir durchschnittlich 25 000 Quadratmeter Gewerbeflächen im Jahr verkauft“, nennt Meyer Zahlen. In den vergangenen drei Jahren seien es durchschnittlich 45 000 Quadratmeter jährlich gewesen. „Und dieses Jahr haben wir die Größe schon im Juli erreicht“, strahlt der Malenter über das ganze Gesicht. Die Verkäufe seien umso erstaunlicher, weil die Egoh kaum noch Flächen in ihrem Bestand habe. „Wir sind so gut wie ausverkauft“, ergänzt der gelernte Handelsfachwirt und studierte Geograph. In Neustadt gebe es noch Restflächen von 6000 Quadratmeter, für die sich mehrere Unternehmer interessierten, in Eutin gebe es noch etwas mehr.

Wesentlich wichtiger sei die Suche nach möglichen Gewerbegrundstücken geworden. Mit Kommunen sondiere man inzwischen vor Ort die Situation. Da sei ein Bauernhof, der verkauft werde, ein Glücksfall. So sei es vor kurzem mit einem Hof bei Gremersdorf geschehen, von dessen Land die Egoh Teile habe einwerben können.

Goldene Wasserhähne wird sich die Egoh trotz der guten Nachfrage nicht leisten können. Sie ist eine Gesellschaft des Kreises, der Sparkasse Holstein, Volksbank Eutin Raiffeisenbank, Investitionsbank Schleswig-Holstein, VR Bank Ostholstein Nord-Plön, Kreishandwerkerschaft für die Kreise Ostholstein und Plön, Unternehmensverband Ostholstein-Plön und Deutscher Gewerkschaftsbund als Gesellschafter angehören. Gewinne muss die Egoh bis auf Mini-Margen, wie Meyer sagt, weitergeben. Ein Plus könne höchstens noch mit Flächen erzielt werden, die die Gesellschaft schon viele Jahre im Bestand halte. Die jüngeren Flächen werden von Land, Bund oder der Europäischen Union gefördert, da sie zu marktüblichen Preisen nicht verkauft werden könnten.

Noch gehören Betriebe aus der Region zu den Kunden der Egoh. Bedingung: Sie müssen mit ihren Produkten oder Dienstleistungen Geld in die Region locken. Die Nachfrage aus den Metropolen nehme zu, da dort die Flächen knapp geworden seien, sagt Meyer.

Wer die Gewerbefläche am Ende bekommt, entscheidet der Ansiedlungsrat der jeweiligen Kommune, dem die kommunalen Fraktionsvorsitzenden und Vertreter der jeweiligen Verwaltung angehören. Die Aufgabe der Egoh ist es, nach der Verkaufsvorbereitung, die Interessenten dem Rat vorzustellen, zu empfehlen und den Verkauf abzuwickeln.

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