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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 16:17 Uhr

An der karibischen Seite Nicaraguas

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 01.Mär.2016 | 12:09 Uhr

Die nur dünn besiedelte Ostküste des Landes Nicaragua war jüngst Ziel einer Reise, die ich unternahm. Nur wenige Orte und Dörfer gibt es dort. Der Norden der Region ist fast nur von Misquitos bewohnt. Sie bilden die größte Gruppe an indianischen Ureinwohnern in Nicaragua. Eine weitere Gruppe sind zum Beispiel die Rama. Allerdings führte mein Weg mich noch nicht in den Norden.

Im Süden der Ostküste gibt es einige Städte. Viele sind relativ klein, und auch hier gibt es zahlreiche Dörfer der Nachfahren ursprünglicher Volksgruppen (weltweit auch indigene Völker genannt).

Die größte Stadt an der Atlantikküste ist die ehemalige Piratensiedlung Bluefields. Sie erreicht man per Flugzeug aus Managua oder, die etwas preiswertere Möglichkeit, mit dem Bus nach El Rama und von dort mit einem Schnellboot über den gleichnamigen Fluss. Einen direkten Landweg nach Bluefields gibt es nur während der Trockenzeit, die in diesem Teil des Landes nur drei Monate andauert.

Bluefields ist eine sehr bunte Stadt, in der viele verschiedene Volksgruppen zusammenleben. Misquitos und Ramas sind hier zu finden, ebenso Nachfahren von ehemaligen afrikanischstämmigen Arbeitern aus der Karibik und natürlich gibt es auch hier aus Spanien stammende Mestizen. Im Stadtpark ist ein Denkmal zu finden, bei dem alle verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen die Einheit tragen, um symbolisch zu zeigen, dass sie in dieser Stadt friedlich zusammenleben wollen.
Auch sprachlich bilden die verschiedenen Gruppen eine Vielfalt. Am meisten verbreitet ist nicht Spanisch, wie im Rest Nicaraguas, sondern Kreol, eine Sprache, die durch den Kontakt von Englisch und den afrikanischen Sprachen entstanden ist, aber nur noch entfernt Ähnlichkeiten mit den ursprünglichen Muttersprachen aufweist. Aber auch die Sprachen der anderen Ethnien sind hier immer wieder zu hören.

Bluefields ist eine Hafenstadt. Der Containerhafen ist ausgelagert, der historische Hafen vor allem der Fischerei vorbehalten. So ergibt sich ein sehr karibisches Ambiente am Wasser.

Allerdings gibt es auch, weil die Stadt an der Drogenroute von Kolumbien in die USA liegt, erhebliche Probleme damit. Es wird empfohlen, nachts nicht die Häuser zu verlassen und bestimmte Stadtteile komplett zu meiden. Drogensüchtige und die damit einhergehende Kriminalität haben Bluefields den Ruf als die gefährlichste Stadt des Landes nach der Hauptstadt in dem sonst so sicheren Nicaragua eingebracht.

An der Atlantikküste gibt es neben Bluefields noch ein paar andere interessante Ziele. Mit Freunden bin ich in einem kleinen Boot zu den Corn Islands gefahren, die einzigen Karibikinseln Nicaraguas. Dort wird unter den Einheimischen nur Kreol gesprochen, Spanischkenntnisse sind kaum vorhanden, nur ein bisschen Englisch für Touristen.

Angekommen sind wir mit dem Boot auf Big Corn Island und haben hier einige Tage verbracht. Von weißen bis gelben Stränden gibt es hier alle Nuancen und das Meer ist fast immer türkisblau. Seesterne findet man nicht selten. So badeten wir im Ozean, aßen Kokosnüsse und Bananen.

Dann ging es auf das etwas touristischere Little Corn Island. Um dorthin zu gelangen, mussten wir mit einem Schnellboot, einer Panga, von der einen zur anderen Insel fahren. Auf einem kleinen Boot über einen Ozean zu fahren ist auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis, gerade bei Gegenwind und Regen. Teilweise fielen wir mit dem Boot hinter einer Welle drei Meter hinunter – Härtetest für jedes Sitzfleisch. Nach einer dreiviertel Stunde kommt man auf der Insel an. Der internationale Großhafen besteht aus einem Steg, an dem bei der Ankunft einer Panga die halbe Insel steht, um die Neuankömmlinge in Empfang zu nehmen. Es gibt keine Straßen und keine Autos auf der Insel, nur Schubkarren.

An dem Hauptweg, der sich von dem Steg in beide Richtungen erstreckt liegt Hostel neben Hostel, Restaurant neben Restaurant. Der Tourismus ist hier überall spürbar.
Auch auf dieser Insel gibt es verschiedene Strände, Steilküsten und viele Riffe vor der Insel, die für viele Taucher und Schnorchler ein Paradies darstellen. Auch ich war das erste Mal Schnorcheln und konnte zwischen den Korallen und vielen Fischarten sogar zwei Riffhaie erspähen.

Kulinarisch haben die Corn Islands viel zu bieten. Man kann hier alles aus dem Meer essen, ob Fisch, Hummer oder sogar Schildkröte, wenn man denn mag (Artenschutz wird hier nicht so groß geschrieben). Auch Kokosgerichte sind sehr beliebt, so wird der Fisch oft mit einer Kokossoße serviert. Das einzige Brot, das man hier findet, ist ein sehr leckeres Kokosbrot.

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