Amtsausschuss gibt Gemeinden mehr Zeit

Sie forcieren die Zukunft des Amtes Großer Plöner See: Amtsvorsteher Martin Leonhardt und Bürgermeister Mario Schmidt. Foto: oha-archiv
Sie forcieren die Zukunft des Amtes Großer Plöner See: Amtsvorsteher Martin Leonhardt und Bürgermeister Mario Schmidt. Foto: oha-archiv

Drei Neuigkeiten gibt es im Amtsausschuss Großer Plöner See: Die Herren Bürgermeister geben sich und ihren Gemeindevertretungen bis 31. März 2010 drei Monate mehr Zeit für die Entscheidung in Sachen Verwaltungsstruktur- reform. Die Stelle des Amtsdirektors wird ausgeschrieben. Es wird auf Initiative der Gemeinde Bösdorf eine eigene Informationsveranstaltung mit Vertretern des Innenministeriums geben. Eine zweite mögliche Informations- veranstaltung lehnte der Amtsausschuss mehrheitlich ab. Nach OHA-Infor- mationen soll sie jetzt auf Initiative der Gemeinde Ascheberg stattfinden.

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29. Oktober 2009, 10:55 Uhr

Bösdorf | Die einstündige Diskussion über die Reform der Amtsverwaltung verdeutlichte allerdings erneut die Spaltung des Amtsausschusses: auf der einen die, die mit der Stadt Plön auf Augenhöhe verhandeln wollen und die anderen, für die nur die Einamtung der Stadt Plön in Frage kommt. Dabei haben sich Joachim Schmidt und Dieter Westphal (beide Bösdorf) als Befürworter von Verhandlungen mit Plön gezeigt.

Mit ihnen im Boot scheinen die Vertreter Aschebergs. Diskussionsbedarf gibt es in Grebin: Uneinig waren sich der Einamtungsbefürworter Hans-Werner Sohn und Uwe Kahl. Die Bosauer Vertreter gehen gemeinsam mit Gerold Fahrenkrug (Wittmoldt) und Martin Leonhardt (Dersau) forsch in Richtung Einamtung voran. Alle anderen nahmen nicht an der Diskussion teil.

Nach dem Vorstoß des Geschäftsführenden Bürgermeisters Mario Schmidt für eine öffentliche Ausschreibung der Stelle des Amtsdirektors und die Bösdorfer Initiative für eine objektive Beratungshilfe über Möglichkeiten durch das Innenministerium sah Uwe Kahl (Grebin) ein: "Wir sollten abwarten, was die anderen sagen." Er kritisierte fehlende Objektivität und persönliche Befindlichkeiten. Es dürfe jetzt keinen Schnellschuss geben. Vielleicht gebe es noch ganz andere Wege, an die heute noch keiner denke.

Alfred Jeske (Bosau) stellte fest, dass niemand für Verhandlungen mit der Stadt Plön die Tür zuschlagen werde. Doch die Wahl eines Amtsdirektors und Verhandlungen mit Plön seien "zwei Paar Schuhe". Joachim Schmidt (Bösdorf) konterte: "Das Thema muss gemeinsam behandelt werden." Der Meinung ist auch Rainer Hadeler (Ascheberg): "Das gehört zusammen aber die Fronten sind verhärtet."

Alfred Jeske, zweiter stellvertretender Amtsvorsteher, sitzt nach seiner eigenen Einschätzung im Amtsausschuss, um etwas für das Amt zu erreichen. Plön stehe da an zweiter Stelle. Der Antrag von Mario Schmidt für eine öffentliche Ausschreibung der Stelle des Amtsdirektors habe ihn - Jeske - überrascht. Aber es sei eine gute Entscheidung, die den Dampf vom Kessel nehme.

Wir sollten hier sich sklavisch an Dingen festhalten und sie mit Klauen verteidigen", mahnte Rainer Hadeler (Ascheberg). Je mehr er sich mit dem Thema beschäftigt habe, desto mehr Facetten seien sichtbar geworden. Martin Leonhardt verschoss Giftpfeile in Richtung Bösdorf: "Ich bin überrascht von dem Gespräch im Innenministerium über uns ohne uns." Er wäre vor dem Gespräch gern informiert worden, habe davon aber rein zufällig erfahren. Die Bösdorfer begründeten es damit, dass sie zunächst ihre gemeindlichen Fraktionsvorsitzenden informieren mussten. Schließlich sei es das Bemühen der Gemeinde um objektive Hilfe.

Dieter Westphal (Bösdorf): "Wir wollen objektive Hilfe holen und alle Seiten beleuchten." Fachleute sollen den Entscheidern in der Gemeinde die verschiedenen Möglichkeiten aufweisen. Es gehe um neutrale Hilfe. Hans-Werner Sohn (Grebin) zeigte sich überrascht über Bösdorf: "Und ich dachte, wir sind gut davor." Er - Sohn - habe sich im Amt immer gut informiert gefühlt und mahnte Bösdorf, bei wichtigen Gesprächen künftig vorher die Geschäftsleitung des Amtes zu informieren. Sohn: "Auf persönliche Befindlichkeiten kann keine Rücksicht genommen werden."

Frank Pieters (Ascheberg) sah noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgelotet: "Die Bösdorfer Initiative zu einer neutralen Information hätte eigentlich vom Amt Großer Plöner See kommen müssen." Eine Diskussion, ob die Wahl eines Amtsdirektors und die Zusammenarbeit mit Plön nach dem ersten Quartal 2010 zusammen oder getrennt abgestimmt werden sollen, entschied eine Mehrheit für gemeinsame Abstimmung.

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