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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 18:15 Uhr

Amt sucht Bauplatz für Flüchtlingsunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Suche nach Areal für Unterkünfte bisher ergebnislos / Amt Ostholstein-Mitte erfüllt Unterbringungsquote zu 54,6 Prozent

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Bei der Aufnahme von Flüchtlingen liegt das Amt Ostholstein-Mitte im kreisweiten Vergleich der Kommunalverwaltungen auf einem der Spitzenplätze, dennoch brennt das Thema der Unterkünfte allen Beteiligten unter den Nägeln. 74 Flüchtlinge müssten im Dezember noch aufgenommen werden, so die Theorie. Die massive Zunahme an Erstaufnahmeplätzen des Landes wirkt als Puffer, der aber nicht lange anhalten wird, so die Einschätzung von Amtsvorsteher Hans-Peter Zink, der am Mittwochabend dem Amtsausschuss berichtete.

Um die zugeteilten 177 Flüchtlinge für dieses Jahr, und voraussichtlich auch für 2016, in den fünf Gemeinden unterzubringen, müsse nun vermehrt auch Wohnraum außerhalb der Zentren angemietet werden. 54,6 Prozent der Quote habe das Amt zwar erfüllt, und gehöre damit zu vier Kommunen, die über 50 Prozent lägen, ab Januar wird man jedoch nicht mehr nur Familien aufnehmen können. Dann werde auch die Frage nach der Unterbringung von Einzelpersonen beantwortet werden müssen. Diese sollten nach Möglichkeit „nicht am Rande der Gemeinden“ einquartiert werden, so Zink. Damit nahm er auch Bezug auf den Ferienpark Mönchneversdorf in der Gemeinde Schönwalde in dem inzwischen in fünf Häusern Flüchtlinge wohnen.

Trotz kontroverser Diskussion Anfang Oktober (wir berichteten) gäbe es inzwischen dank ehrenamtlichem Engagement auch Lösungen für die unzureichende Busanbindung. Gegen die genehmigte Umnutzung der Ferienhäuser als dauerhafte Wohnung liege beim Kreis ein Widerspruch vor. Schwer zu beurteilen sei, ob gegen die bevorstehende Ablehnung durch den Kreis Klage eingereicht werde. Weder Widerspruch noch Klage hätten jedoch eine aufschiebende Wirkung, so Zink.

Probleme gebe es jedoch bei der Umsetzung des Angebotes von Berthold Möller, in Schönwalde ein Haus für sechs bis acht Familien zu bauen. Als einer der Erbauer des Ferienparks Mönchneversdorf hatte er im Oktober diese Alternative zur Unterbringung im Ferienpark ins Spiel gebracht. Zink: „Es ist nicht einfach, ein Grundstück zu finden.“

Der Leitende Verwaltungsbeamte Burkhard Busch tue sein Möglichstes und stehe im intensiven Kontakt mit dem Kreis, da es immer wieder um die baurechtlichen Belange gehe. Die Kaufanfrage für Grundstücke in einem bereits genehmigten Baugebiet im Zentrum Schönwaldes hat die Gemeinde als alleiniger Erschließer im jüngsten Finanzausschuss abgelehnt.

Zink wies auf die zinsfreien Darlehn der Investitionsbank Schleswig-Holstein hin, die nicht nur Kommunen zustünden. Privatpersonen, die Wohnungen nach dem jüngst vom Innenministerium vorgestellten „Kieler Modell“ errichteten, kämen ebenso in den Genuss dieses Investitionsprogramms. Für ihr System der modularen Bauweise kalkuliert die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen 1752 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Zwar sei das ehrenamtliche Engagement zur Betreuung der Flüchtlinge weiterhin ungebrochen und der Kinderschutzbund um eine zweite Koordinierungskraft bemüht. Dennoch gebe es noch zahlreiche Probleme vor Ort, wie beispielsweise auf nur drei Jahre begrenzte Genehmigungen für Umbauten potentieller Flüchtlingsunterkünfte. Um diese auch in Berlin bekannt zu machen habe er die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU) zu einem Gespräch eingeladen.

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