Ostholstein blüht auf : Am Wegesrand blüht und summt es

Den Erfolg des Blühstreifen-Programmes präsentierten gestern (oben, von links) Armin Siebrecht, Holger Schädlich, Lutz Schlünzen, Frank Schumacher und Rainer Sager. Die Blühflächen schaffen Vielfalt (unten rechts) und sind Lebensraum für Insekten wie Himmeln (unten links). Fotos: Krauskopf
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Den Erfolg des Blühstreifen-Programmes präsentierten gestern (oben, von links) Joachim Siebrecht, Holger Schädlich, Lutz Schlünzen, Frank Schumacher und Rainer Sager. Die Blühflächen schaffen Vielfalt (unten rechts) und sind Lebensraum für Insekten wie Himmeln (unten links). Fotos: Krauskopf

Mit nur 5000 Euro des Kreises Ostholstein wurden 100 Hektar landwirtschaftliche Flächen für Insekten in blühende Felder verwandelt.

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20. Juli 2018, 17:22 Uhr

Den Erfolg kann man sehen und hören: Wer sich dem Ackerrand voller Blüten nähert, sieht nicht nur viele Falter, sondern vernimmt auch ein lautes Summen und Brummen von Insekten. An dem Weg zum Bauern- und Ferienhof Radlandsichten gibt es sogenannte Blühstreifen für den Insektenschutz.

„Ostholstein blüht auf“ heißt das von Kreis Ostholstein und Kreisbauernverband aufgelegte Programm, bei dem mit einer relativ kleinen Summe von 5000 Euro insgesamt 100 Hektar blühende Flächen im ganzen Kreis entstanden sind. Den Erfolg dieses Projektes präsentierten gestern Landrat Reinhard Sager, Naturschutzfachdienst-Leiter Joachim Siebrecht, Bauernverbandsvorsitzender Lutz Schlünzen und Geschäftsführer Holger Schädlich in der Gemeinde Malente auf dem Hof Radlandsichten von Frank Schumacher.

Mit den 5000 Euro des Kreises wurden zwei Tonnen Saatgut aus dem Vertragsnaturschutzprogramm Bienenweide gekauft und den Mitgliedern des Bauernverbandes kostenfrei angeboten, wenn sie damit maximal zwölf Meter breite Streifen möglichst an Wegen, Straßen und Knicks anlegen. Die Menge war auf zwei Hektar pro Hof begrenzt, und in relativ kurzer Zeit waren die Samenmischungen mit mehr als zehn Pflanzen – von Phacelia („Bienenfreund“) über Malven bis Sonnenblumen – an insgesamt 74 Landwirte verteilt. „Wir wollten eine möglichst breite Verteilung im ganzen Kreis, und das ist uns auch gelungen“, sagt Armin Siebrecht.

Probleme beim Bestellen der Felder durch das nasse Wetter im vergangenen Jahr hatten den Erfolg dieses Projektes ebenso befördert wie eine Änderung des landwirtschaftlichen Beihilfensystems, die – wie berichtet – zur Förderung des Bienenschutzes auf Anregung des ostholsteinischen Bauernverbandes im Oktober 2017 in Brüssel erreicht worden war: In der sogenannten Omnibus-Verordnung steht der zentrale Satz: „Für Honigpflanzen genutzte Brachflächen gelten ebenfalls als ökologische Vorrangflächen.“

Die Blühflächen sollen nicht nur Insekten und anderen Tieren, sondern auch Menschen gefallen, Einheimischen wie Touristen. „Unsere Gäste registrieren das durchaus und fragen nach“, berichtet Frank Schumacher, der 200 Hektar Fläche bewirtschaftet und mehr als zwei Hektar Blühflächen angelegt hat.

Eine Wiederholung des Projektes im nächsten Jahr wird angestrebt. Lutz Schlünzen hofft, dass sie nicht an bürokratischen Hürden scheitert.

Die Blühstreifen sind, wie Siebrecht sagte, eines von mehreren Modulen für die Aktion „Ostholstein blüht auf“: In Vorbereitung sei zum Beispiel auch ein Programm, bei dem Anwohner von Straßen, die einen Pflanzennamen tragen, Geld bekommen, wenn sie entsprechende Pflanzen in ihren Garten setzen, ob im Ginsterbusch, in der Rosenstraße oder in der Kirschenallee.

Die Blühstreifen-Aktion hatte, wie der Landrat sagte, nicht nur unmittelbaren Erfolg, in dem die Pflanzenvielfalt erhöht und damit Lebensräume für Tiere geschaffen wurde: Es habe auch die Stadt Bad Schwartau angeregt, selbst etwas zu tun. Und das Land habe ebenfalls ein Blühstreifenprogramm aufgelegt.

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