zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 03:48 Uhr

Eutin : Am Dienstag starten die Drohnen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach Verzögerungen durch böige Winde beginnt die Bundeswehr in dieser Woche mit Testflügen rund um Eutin.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2015 | 19:00 Uhr

Seit vergangenem Dienstag besteht rund um Eutin eine Flugverbotszone (wir berichteten). Da bei der Anfang Juni geplanten Heeresausbildungswoche, bei der das Eutiner Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ der Gastgeber sein wird, auch Aufklärungsdrohnen zum Einsatz kommen, hatte das Bundesministerium für Verkehr ab dem 21. April tageweise den Luftraum über Teilen von Ostholstein für Testflüge mit dem unbemannten Luftfahrzeugen gesperrt.

Doch starke Winde verhinderten jetzt den Beginn der Vorbereitungen zur Großübung. Die angesetzten Testflüge mit der Aufklärungsdrohne „Luna“ fielen aus. „In den unterschiedlichen Luftschichten war es zu böig“, sagte Oberstleutnant Claus Slembeck, stellvertretender Eutiner Bataillonskommandeur. Bei starken Winden werde nicht geflogen, das sei im Einsatz ebenso, erläuterte Slembeck. Es gelte, das Material und die Umgebung zu schützen.

Auch wenn die Drohne als einsatzbereit gilt: Erste Stimmen wurden laut, dass „Luna“ wie andere Waffensysteme der Bundeswehr nur bedingt einsetzbar ist. 2014 musste das Verteidigungsministerium eingestehen, dass die unbemannten Flugzeuge vom Typ „Luna“ nur bei Temperaturen bis minus 19 Grad einsetzbar sind. Wenn nun noch Probleme bei Wind hinzukommen, hätte die Bundeswehr womöglich den nächsten Skandal mit ihrer Ausrüstung.

Denn auch die Zahl der Abstürze – verursacht durch technische Probleme, falsche Handhabung und schlechtes Wetter – ist nicht gering: Insgesamt gingen bis Juni 2014 bei der Bundeswehr 58 Fluggeräte verloren, von denen 47 zerstört wurden – 24 durch Absturz. Elf gelten weiterhin als vermisst. 84 „Luna“-Drohnen hat die Bundeswehr zurzeit noch im „nutzbaren Bestand“.

Die Drohne (2,36 Meter Länge, 4,17 Meter Spannweite) fliegt bis zu 5000 Meter hoch, bis zu sechs Stunden lang und kann bis zu 100 Kilometer weit eingesetzt werden. Sie startet von einer kleinen Rampe aus, schraubt sich dann auf die ihr zugewiesene Flughöhe.

Von morgen an sollen die Übungskorridore in Ostholstein laut Claus Slembeck jetzt abgeflogen werden. Geplant seien Starts in der Zeit von 11 bis 16 Uhr ebenso am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche. Der Luftraum rund um Eutin ist bis zu einer Höhe von etwa 800 Metern gesperrt. Geflogen werde nur über unbewohnten Gebiet, gestartet wird nach Rücksprache mit Landwirten von Feldern in der Umgebung.

„Es ist aber nicht geplant, ein permanentes Fluggebiet einzurichten“, betont Slembeck und möchte damit Befürchtungen der Bevölkerung, dass die Drohnen-Flüge zur Dauereinrichtung werden, ausräumen. „Wir sind sehr bemüht, Transparenz zu schaffen“, sagt Slembeck. Deshalb sei noch vor der Heeresausbildungswoche ein Termin geplant, an dem die Bevölkerung Gelegenheit hat, die Drohne in Augenschein zu nehmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen