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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 13:54 Uhr

Am Breitband führt kein Weg vorbei

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zweckverband Breitbandversorgung ist auf 46 Mitglieder angewachsen / 28 Kommunen sind neu beigetreten

von
erstellt am 24.Apr.2015 | 16:03 Uhr

Im Grunde waren sich die Parteien im Plöner Kreistag einig - und doch stritten sie sich um Details. Am Ende einigten sie sich doch über den Punkt, über den sich alle von vornherein irgendwie einig waren.

Anfang Januar wurde der Breitbandzweckverband des Kreises Plön gegründet. Initiiert wurde der Zweckverband von den Ämtern Selent/Schlesen und Lütjenburg, die unabhängig vom Kreis für ihren Bereich bereits erhebliche Vorarbeit geleistet hatten.

Mittlerweile ist der Zweckverband Breitbandversorgung im Kreis Plön auf jetzt 46 Mitglieder angewachsen, 28 Kommunen sind dem Verband neu beigetreten. Ziel ist, dem Kreis ein schnelles Internet zu bringen. Bislang haben die großen Anbieter wie Telekom, Vodafone oder Kabel Deutschland nur wenig Interesse, das Glasfaser auf dem Land bis an die letzte Haustür zu bringen. Es rentiert sich einfach nicht. Diese Lücke will der Verband mit seinen Mitgliedern schließen und auf eigene Rechnung die Glasfaserleitungen für ein Breitbandnetz verlegen – um das Netz dann später an einen Anbieter zu verpachten. Notwendig ist dafür eine möglichst große Beteiligung – 60 Prozent würden den Ausbau rentieren.

Darin sind sich alle einig. Nur, seitens der Städte Lütjenburg, Plön, Preetz und Schwentinental besteht derzeit wenig Interesse zur Beteiligung an einem kreisweiten Netz. Dort reicht meistens die Geschwindigkeit. Auf Vorschlag des Kreises Plön wird jetzt aber überlegt, inwieweit die Städte noch als optionale Beitrittskandidaten in den Ausschreibungen berücksichtigt werden können, um eine Beitragsmöglichkeit im weiteren Verfahren offen zu halten. Die Diskussion, ob und wieviel Internet notwendig ist, wird nicht mehr geführt. Funkverbindungen und Kupferkabel sind bestenfalls Übergangslösungen.

Insofern mutete der Streit im Kreistag überflüssig an. Während die CDU die Kreisverwaltung bitten wollte,
„alle an einem Breitbandausbau interessierten Kommunen und Zweckverbände auf Wunsch unterstützend zu begleiten“, wollte die Kooperation von SPD, Grünen und UWG im Kreis Plön die Verwaltung damit beauftragen, „weiterhin den Breitbandzweckverband im Kreis Plön und seine Gemeinden und Städte bei Bedarf koordinierend zu begleiten…“. Nach kurzer Sitzungsunterbrechung einigten sich die Parteien auf eine entsprechende Formulierung – und alle waren es zufrieden.

Damit steht allen Kommunen weiterhin offen, ob sie sich am Zweckverband beteiligen wollen oder nicht. Das gilt weiterhin vor allem für die Städte und das Amt Probstei, die bisher abgewunken haben. Aber einig sind sich alle – ungeachtet der politischen Couleur – „dass ein Glasfaseranschluss heute ebenso wichtig ist wie ein Stromanschluss.“ Bis die ersten Kabel allerdings verlegt werden, dürfte es wohl noch mindestens ein Jahr dauern.  

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