zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 08:46 Uhr

Altes und Neues im Dialog

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ausstellung „Ohne Worte“: Stiftung Schloss Eutin präsentiert Arbeiten von drei jungen Künstlerinnen / Morgen feierliche Eröffnung

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2017 | 12:54 Uhr

Ihre Arbeiten vermeiden klassische Bildformate: Tomke Meyer, Constanze Vogt und Susanne Nothdurft widmen sich der neuen Kunst. Und diese ist jetzt in historischen Räumen zu sehen. Die drei Absolventinnen der Kieler Muthesius-Kunsthochschule präsentieren in der Sonderausstellung der Stiftung Schloss Eutin Werke zwischen Malerei, Collage und Installation. Wirklich einordbar sind sie nicht – aber nichtsdestotrotz sehr sehenswert.

„Man nimmt die Räume anders wahr, wenn man diese Kunst betrachtet“, sagt Schloss-Chefin Brigitta Herrmann, die sich gestern bei der Vorstellung der Aufstellung begeistert „von der Kommunikation zwischen den Räumen und den Objekten“, zeigte. So ist die Bodeninstallation von Susanne Nothdurft direkt vor dem Gobelin aus dem 18. Jahrhundert platziert. „Die Arbeit ist perspektivisch angelegt“, sagt Kuratorin Susanne Petersen. Durch das Umschreiten der Bodenarbeit verändert sich das Werk – und auch die Beziehung zum alten Schlossgemäuer und seinen Schätzen wie Wandbehang und Co. „Wir sind zu oft in Funktionalität unterwegs“, sagt Nothdurft, die im Schloss weitere, zum Teil farbenfrohe Objekte aus präzise ausgesägten Holzblöcken und eine 1,40 Meter große Spule ausstellt. In letzterer hat Nothdurft rund 1200 Garnfäden gespannt und farbig lackiert. In der Bewegung verwischen Form und Farben – und der die Spule umgebende Raum.

Auch die Arbeiten von Tomke Meyer gehen einen Dialog mit den Räumen ein. Die Bildhauerin ließ sich von der Hagia Sophia in Istanbul inspirieren und schuf Papiercollagen aus Ausstellungsplakaten. „Die Wahrnehmung des Betrachters bewegt sich zwischen Gesamtarchitektur und einzelnen Formen, Farben und Strukturen hin und her“, sagt Petersen.

Nicht weniger ungewöhnlich sind die Arbeiten von Constanze Vogt. Die junge Künstlerin hat sich mit der Frage beschäftigt, wo die Grenzen der Existenz eines Gegenstands sind. So hat Vogt 25 schwarzdurchgefärbte Bleistifte so lange angespitzt, dass sie eine der hohen Schlosswände mit den Spänen behängen konnte. „Der Prozess des Verwandelns lässt viel Raum für Deutungsmöglichkeiten“, sagt Vogt. Die Installation „nimmt der Wand die Festigkeit“, sagt Petersen, die für die neue Sonderausstellung speziell junge Künstlerinnen ansprechen wollte, um so Historischen zu kontrastieren.

Die Ausstellung wird morgen um 19 Uhr eröffnet. Neben Petersen werden Dr. Oliver Zybock (Overbeck Gesellschaft Lübeck) und Dr. Peter Kruska (Stadtgalerie Kiel) einleitende Worte sprechen. Die Besucher haben dann Gelegenheit den Titel der Ausstellung „Ohne Worte“ selbst auszuloten.

Die Ausstellung „Ohne Worte – Von Transformationen und Zwischenräumen“ ist vom 13. Mai bis zum 2. Juli dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, ab 19. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr im Erdgeschoss des Schlosses zu sehen. Eintritt vier Euro. Begleitend wird ein Rahmenprogramm angeboten, so am 16. Juni eine Lesung und am 23. Juni ein Künstlergespräch. Weitere Infos unter der Telefonnummer 04521/70950 oder www.schloss-eutin.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen