Alte Schule wird Familienzentrum

In das alte Gebäude des Förderzentrums in der Albert-Mahlstedt-Straße soll ein Familienzentrum einziehen.
In das alte Gebäude des Förderzentrums in der Albert-Mahlstedt-Straße soll ein Familienzentrum einziehen.

Der Eutiner Schulausschuss wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Albert-Mahlstedt-Schule an den Kinderschutzbund vermieten

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12. Februar 2018, 12:05 Uhr

Eine gute Nachricht zeichnet sich für den Kinderschutzbund Eutin ab: Die Verwaltung der Stadt ist offensichtlich von der Idee abgerückt, den zurzeit leer stehenden Altbau der Albert-Mahlstedt-Schule für die Einrichtung von Büroräumen zu nutzen. Stattdessen wird dem Schulausschuss, der kommende Woche tagt, der Beschluss vorgeschlagen, dass die Schule dem Kinderschutzbund Eutin vermietet werden soll.

Der Kinderschutzbund will dort ein Familienzentrum mit einem umfangreichen sozialpädagogischen Angebot mitten in der Stadt einrichten. Zugleich soll die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes in die Albert-Mahlstedt-Straße umziehen. Sie ist zurzeit im ersten Stock der Kindertagestätte „Kinderinsel“ untergebracht. Der Kinderschutzbund will aber sein Betreuungsangebot erweitern und dafür das Obergeschoss ausbauen.

Dieser Plan wird schon seit 2015 verfolgt, und daran habe sich bislang auch nichts geändert, sagte Geschäftsführer Matthias Thoms gestern dem Ostholsteiner Anzeiger. Weitere Kommentare wollte er noch nicht abgeben, bevor die Beschlüsse der Stadtvertreter gefasst seien. Er räumte aber ein, dass die Angaben in der Verwaltungsvorlage den Wünschen des Kinderschutzbundes entsprächen.

In dem alten Schulgebäude sind fünf Räume, ein WC- und Garderoben-Bereich sowie eine alte Schulküche. Vier Räume sollen, so der Vorschlag für die Ausschusssitzung, dem Kinderschutzbund vermietet werden. Als Voraussetzung sei eine Nutzungsänderung zu beantragen und eine Toilette für Erwachsene einzubauen. Weitere bauliche Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten erwarte der Kinderschutzbund nicht.

Der will nicht nur seine Geschäftsstelle in die Schule verlagern, sondern die Räume dort auch für Vorstandsarbeit nutzen sowie die Familienhelferinnen, die Aktivitäten des Familienzentrums und weitere Beratungs- und Hilfsangebote bündeln und zentral unterbringen.

Das Familienzentrum ist derzeit in einem Gebäude in der Charlottenstraße, Ecke Lübecker Landstraße, untergebracht. In der Albert-Mahlstedt-Schule wäre es für viele Menschen besser erreichbar, hatte Thoms vergangenes Jahr gesagt und angekündigt: „Wir wollen dort ein pädagogisches Angebot für Kinder und Eltern Eutins machen.“ Das wäre wichtig im Zentrum der Stadt gerade für nicht motorisierte Menschen. Die Unterbringung der Geschäftsstelle sei da nur ein praktisches Nebenprodukt.

Das alte Gebäude der Albert-Mahlstedt-Schule hatte als Ausweichquartier für den evangelischen Kindergarten gedient, während das neue Kita-Gebäude am Kieckbusch-Gang gebaut worden war. Seit der Eröffnung der Kita „Schatzinsel“ im November 2017 steht das einst von der Förderschule genutzte Gebäude leer.

Das Förderzentrum gibt es noch, doch es nutzt nur das neue Gebäude an der Bahnhofstraße. Außerdem dienen Teile der Schule für die Betreuung von Grundschülern in einer Offenen Ganztagsschule des Kinderschutzbundes.

Die Stadtverwaltung hat dringenden Raumbedarf. Sie hatte das alte Schulgebäude in den Blick genommen, weil es relativ dicht am Rathaus liegt. Außerdem dürfte es langfristig erweiterbar sein, weil der Raumbedarf des Förderzentrums zurückgeht. Doch die Politik hielt das für die denkbar schlechteste Lösung.

Mit der Vermietung der Schule an den Kinderschutzbund braucht die Verwaltung eine andere Lösung. Dazu Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt: „Wir haben zum Thema ,Raumbedarf in der Verwaltung‘ inzwischen eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe gebildet und suchen nach Lösungsmöglichkeiten. Wir sind zur Zeit dabei, verschiedene Optionen zu prüfen.“

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