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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 02:10 Uhr

„Alte Heerstraße“ wird eingezogen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kasseedorfer wollen entgegen dem Votum in Altenkrempe nicht mehr für die Sraßenunterhaltung aufkommen

Vor gut einem Jahr wurde um die Einziehung der öffentlichen Straße von Kasseedorf in Richtung Stolpe und Kassau in den Gremien der Gemeinde Kasseedorf noch leidenschaftlich diskutiert. Im Bauausschuss gab es vier Ja-Stimmen, eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Wenige Tage später entschied die Gemeindevertretung nur mit knapper Mehrheit von sechs zu fünf Stimmen, die Straße aus der öffentlichen Nutzung zu nehmen und an den Eigentümer und alleinigen Anlieger zu übergeben.

Nur fünf Monate später beauftragten die Gemeindevertreter die Verwaltung, den Beschluss auszusetzen. Hieß es noch im April, die Gemeinde Altenkrempe verfolge ebenfalls die Einziehung der Straße auf ihrem Gebiet, stellte sich diese Information im September als falsch heraus.

Knapp ein Jahr später hat Altenkrempe noch immer keine Entscheidung getroffen, wohl aber Kasseedorf. Der Bauausschuss kassierte einhellig den aufschiebenden Beschluss aus dem September 2013 und beauftragte die Verwaltung, alle Maßnahmen zur Einziehung der „Alten Heerstraße“ zu veranlassen. Der Ausschussvorsitzende Mirko Strunge (SPD) hatte diese Entscheidung eingefordert. Alternativ hätte die Gemeinde den Weg aufwendig in Stand setzen müssen. um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen.

Revierförster Ulf Köhn berichtete von drei ihm bekannten aufgerissenen Ölwannen an Pkw, die den Weg trotz Durchfahrtverbot genutzt hätten. Es seien vielfach Touristen, die eine Route abseits der Hauptverkehrsstraßen suchten und unbedarft die Schlaglochpiste nutzten.

Die Löcher seien derart groß, dass ein einfaches Verfüllen oder gar Grädern des Weges nicht mehr in Frage komme. Er mache sich bereits Gedanken, wie man die Straße mit vertretbarem Aufwand wieder zu einem nutzbaren Forstweg machen könne. Köhn wies auch darauf hin, dass die Passierbarkeit für Radfahrer und Fußgänger auch weiterhin gegeben sei. Und auch über die Nutzung als Reitweg könne gesprochen werden.

Der Bauausschuss beschäftigte sich auch mit einem Verfahren zur Verlängerung der Lebensdauer asphaltierter Straßen. Dabei wird eine Bitumenemulsion vollflächig auf die vorab gereinigte Fahrbahnoberfläche aufgesprüht, verbindet sich mit dem vorhandenen Asphalt und bildet eine geschlossene Oberfläche. Zur kurzfristigen Befahrbarkeit und Abstumpfung wird abschließend Splitt aufgebracht.

Nach Angaben eines Anbieters des Verfahrens eigneten sich in der Gemeinde Kasseedorf die Strecken von Vinzier nach Holzkaten und von Holzkaten Richtung Bekkate. Im Gegensatz zu einer Deckenerneuerung für 20 Euro pro Quadratmeter schlage die Versiegelung der abgenutzten Fahrbahn mit nur fünf Euro zu Buche. Einstimmig erging der Beschluss, dass dieses Verfahren angewendet werden soll. Im Gegenzug wird auf weitere großflächige Reparaturen an den Straßen verzichtet werden müssen, denn eine Erhöhung der Haushaltsposition um 10 000 Euro wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt.

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erstellt am 06.Sep.2014 | 18:16 Uhr

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