Als Spende? Letzte Chance für die „Bounty“ im Hauptausschuss

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28. März 2017, 00:37 Uhr

Das ist kein vorgezogener Aprilscherz: Das beliebte Holzspielschiff „Bounty“ bekommt eine letzte Chance, in Eutin zu bleiben. In der nächsten Hauptausschusssitzung am Dienstag, 4. April, soll unter dem Tagesordnungspunkt „Annahme einer Spende“ der Verbleib des Spielschiffes in der Stadt noch einmal thematisiert werden.

Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist auf Nachfrage: „In der Vorlage der vergangenen Ausschusssitzung ist das vermutlich missverständlich bei den Stadtvertretern angekommen. Es war immer angedacht, der Stadt dieses Schiff zu übertragen.“ Schon Alt-Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz habe sich kurz nach dem Aufbau zur Landesgartenschau für den Verbleib des Schiffes in Eutin eingesetzt. Auch Weist zeigte sich offen, nahm die zahlreichen Zuschriften, die ihn erreichten, ernst: „Auch nachdem bekannt wurde, dass das Schiff aus Denkmalschutzgründen und wegen der Förderung nicht am Schloss verbleiben kann, haben wir noch viele Briefe erhalten, die sich dann für den neu diskutierten Standort an der Schwimmhalle ausgesprochen haben.“ Dass die Übertragung des Schiffes nun so dargestellt worden sei, als wolle die Wobau damit Geld verdienen oder ein Tauschgeschäft anstreben, gehe am Ziel, der Stadt und den Kindern etwas Gutes tun zu wollen, vorbei.

Der mehrheitliche Beschluss, das „Schiff nach Lensahn segeln zu lassen“ (SPD), stieß in den sozialen Medien und in Leserbriefen auf Unverständnis. Mit einer Spende hätten die Stadtvertreter nun die Möglichkeit, das Schiff doch noch für Eutins Kinder zu „retten“. Doch die große Frage, an welchem Standort es dann Anker legen soll, bleibt. Überraschenderweise war eine Begründung in der vergangenen Ausschusssitzung, dass die Gefahr des nahen Sees nicht zu verantworten sei und die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen viel zu hoch wären, würde es – wie von der Verwaltung vorgeschlagen – an der Schwimmhalle aufgestellt. Im Seepark, in dem auch viele Leser
es gern gesehen hätten, ist
es ebenfalls aus Fördergebersicht nicht machbar. Bauamtsleiter Bernd Rubelt bestätigt auf Nachfrage: „Wir haben dort viele dauerhafte Spielmöglichkeiten entwickelt, die auch gut angenommen werden. Alle temporären Flächen müssen wieder in den vorherigen Zustand versetzt werden.“ Bleibt abzuwarten, welchen Standort Politik für ein geschenktes Schiff findet – oder aus welcher Richtung der Wind dieses Mal ins Segel bläst.

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