Eutin : Als die Puppen plötzlich weg waren

Irmgard Runge (v.l.), Charlotte Stöber, Else Hamann, Else Bruhse, Hedwig Redemann erzählten Martin Broziat und Gudrun Kruse (stehend) ihre Weihnachtserinnerungen.
Irmgard Runge (v.l.), Charlotte Stöber, Else Hamann, Else Bruhse, Hedwig Redemann erzählten Martin Broziat und Gudrun Kruse (stehend) ihre Weihnachtserinnerungen.

Gesprächsrunde im DRK-Pflegezentrum: Erinnerungen an die Christfeste vor mehr als 70 Jahren.

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22. Dezember 2014, 14:00 Uhr

„Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen…“, rezitieren fünf Bewohnerinnen im DRK-Pflegezentrum die in ihrer Kindheit gelernten Strophen. Sie berühren damit nicht nur die Herzen der eingeladenen Pressevertreter, sondern auch die des DRK-Kreisverbandschefs Martin Broziat und der langjährigen Zeitspenderin Gudrun Kruse.

Als wäre es gestern gewesen, erzählen die Ü-80-Damen bei einer von Kruse initiierten Frühstücksrunde von ihren Erinnerungen an die Weihnachtszeit. „Den Weihnachtsbaum haben wir mit unserem Vater Franz immer – schwupps – geklaut“, sprudelt Else Bruhse, die auf dem Beuthiner Hof geboren wurde, heraus. Das schien damals üblich gewesen zu sein, denn auch die Liensfelderin Irmgard Runge, Hedwig Redemann (Ahrensbök), Charlotte Stöber und Elsa Hamann (beide Fissau) berichteten, dass sie mit der Familie ihren Weihnachtsbaum im Wald selbst schlugen. Bei der in Westpreußen geborenen Irmgard Runge war immer der Hund Molly als Aufpasser dabei, damit sie beim Baumholen nicht erwischt wurden.

Lametta und Engelhaar, Kugeln, Glocken und Kekse zierten in den Familien die Weihnachtsbäume. „Das Süße war aber immer schnell vom Baum verschwunden“, schmunzelt Runge. Und während es bei den einen am Heiligabend Kartoffelsalat und Würstchen gab, genossen andere leckere Braten und Grünkohl „mit allem Drum und Dran“.

Damals wie heute sind und waren Puppen für die Mädchen ganz wichtig. Bei den meisten gab es damals eine Besonderheit, wie bei Charlotte Stöber, die aus Elbing bei Königsberg stammt: „Meine Puppe bekam vor Weihnachten immer Beine und war erst am Heiligabend mit neuer Kleidung unter dem Weihnachtsbaum wieder zu finden.

Mit Pferd und Wagen oder zu Fuß ging es für die meisten in die Kirche. Denn besonders zu Weihnachten seien das Zusammentreffen mit der ganzen Familie und das gemeinsame Singen immer wichtig gewesen, waren sich die Damen einig.

Diese Gemeinsamkeit erleben die Bewohner vom DRK-Altenheim bei ihrer Weihnachtsfeier heute um 14.30 Uhr. „Ich wünsche mir so sehr, dass ganz viele Angehörige und Zeitspender dabei sind“, sagt Gudrun Kruse. Ebenso liegt ihr der Gottesdienst mit Pastor Phillipp am Heiligabend um 9.30 Uhr am Herzen. Mit Gitarrenbegleitung klingt es dann bestimmt durch die Räume: „Stille Nacht, heilige Nacht…“.

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