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Ostholsteiner Anzeiger

23. September 2017 | 15:07 Uhr

Allianz gegen Angelverbot wächst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Staatsekretär Jochen Flasbarth besucht Ostholstein am 10. Juni / Allianz erwartet kaum Entgegenkommen vom Ex-Nabu-Vorsitzenden

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erstellt am 27.Mai.2016 | 13:48 Uhr

Die Allianz gegen das von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geplante Verbot der Freizeitfischerei in den Schutzgebieten der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Nord- und Ostsee wächst. Mit dem Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT) und dem Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus (VCSH) seien zwei weitere Akteure aus der Tourismusbranche zu der von den Angel- und Fischereiverbänden ins Leben gerufenen Allianz gegen das geplante Verbot hinzugestoßen, teilte Jens Meyer von der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) mit.

Weitere Unterstützung erfahre die Allianz aus den Reihen der Politik. Nachdem sich bereits der Landtag gegen das geplante Verbot ausgesprochen hat, meldeten nun auch die Umweltminister der Nachbarn aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Zweifel an der Notwendigkeit eines generellen Verbots der Freizeitfischerei an. Aber nicht nur der Norden wehrt sich gegen die Planungen. Zahlreiche Landesangel- und Fischereiverbände in Deutschland erklärten sich solidarisch mit dem Norden.

Das Bundesumweltministerium plant, das Angeln in den AWZ-Schutzgebieten generell zu verbieten. Durch das umstrittene Vorhabenseien Hunderte von Arbeitsplätzen in den strukturschwachen Regionen der Nord- und Ostsee gefährdet, ohne dass die Natur dadurch einen nennenswerten Vorteil erlange.

Das Ministerium begründet seine Gesetzesplanung mit der Zunahme eines undefinierten Schiffsverkehrs und daraus resultierenden Fluchtdistanzen von Wasservögeln. Zudem erhebe es den Vorwurf, die Meeresbodenstruktur würde beim Angeln zerstört und die Freizeitfischerei führe zu bestandsrelevanten Entnahmen. Für diese Begründungen erbringe das Ministerium aber keinen wissenschaftlichen Nachweis.

Die Argumentation sei nicht nachvollziehbar, kritisiert die Allianz gegen das Verbot. Während das Angeln in den Schutzgebieten verboten werden solle, sei in den gleichen Schutzgebieten weiterhin jeglicher anderer Schiffs- und Bootsverkehr uneingeschränkt zulässig. Auch Windkraftanlagen und Pipelines dürften weiter gebaut werden, der Abbau von Bodenschätzen sei weiterhin zulässig, sagte Meyer.

Für Freitag, 10. Juni, ist ein Besuch des Staatsekretärs im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, in Ostholstein geplant. Große Hoffnungen, dass er einen Verzicht auf das geplante Verbot der Freizeitfischerei verkünden werde, hätten die Betroffenen jedoch nicht, sagte Jens Meyer. Flasbarth sei von 1994 bis 2003 hauptamtlicher Präsident des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland gewesen. Nach Nabu-Auffassung gehe das Angelverbot nicht einmal weit genug. Der Nabu fordere gemeinsam mit anderen Umweltverbänden eine „Nullnutzungszone“.

Die Allianz ist gegen ein Verbot der Freizeitfischerei in den Gebieten „Doggerbank“, „Borkumer Riffgrund“, „Sylter Außenriff“, „Fehmarnbelt“, „Kadettrinne“ und „Pommersche Bucht – Rönnebank.

Der Allianz folgende Mitglieder an: Deutscher Angelfischerverband, Deutscher Fischerei-Verband, Deutscher Meeresanglerverband, Egoh, Heiligenhafener Verkehrsbetriebe, Landesanglerverband Mecklenburg- Vorpommern, Landessportfischerverband Schleswig-Holstein, OHT, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, Tourismusverband Schleswig-Holstein, Unternehmensverband Ostholstein-Plön, Verband der Bäder- und Hochseeangelschiffe, Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus in Schleswig-Holstein, Zebco Europe GmbH. Zu den Unterstützern der Allianz zählen außerdem der Landesfischereiverband Mecklenburg-Vorpommern, die Städte Heiligenhafen und Fehmarn sowie der Kreis Ostholstein.

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