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Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 02:05 Uhr

Sport : Aller guten Dinge sind drei

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bosselerinnen der Sportgemeinschaft Eutin sichern sich mit einem Sieg gegen Itzehoe zum dritten Mal in Folge den Landestitel

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2014 | 14:34 Uhr

Heinz Macheil ist erst spät zum Bosseln gekommen. „Es kommt beim Bosseln gar nicht auf die Kraft an, sondern viel mehr auf die Technik“, sagt der pensionierte Polizeibeamte, der mit dem Team der Sportgemeinschaft Eutin in der Sporthalle des Weber-Gymnasiums den dritten Platz von vier Mannschaften belegte. Die Frauen gingen bei den Landesmeisterschaften mit gutem Beispiel voran: Sie sicherten sich zum dritten Mal in Serie den Landestitel.

Mannschaftsführerin Ingelore Herrmann wies den Eutinerinnen den Weg zum Titel. Sie legte in die taktische Marschroute fest, sagte ihren Mitstreiterinnen, welcher Bossel in der besten Position liegt und zeigte an, wie den Gegnerinnen mit dem nächsten Wurf am besten beizukommen war. „Das ist eine sehr wichtige Aufgabe“, stellt Claudia Wohlert fest, die für den organisatorischen Ablauf der Titelkämpfe mitverantwortlich war. Die Gastgeberinnen hatten es mit nur einem Gegner zu tun, mit dem sie sich spannende Duelle lieferten.

Bosseln ist eine Sportart, die vor allem für Menschen mit Körperbehinderungen gedacht ist. In der Wertung kommt es darauf an, den rund 4,5 Kilogramm schweren Bossel möglichst nah an der roten Daube zu platzieren, die zu Spielbeginn genau in der Mitte des Zielraums liegt. Der Bestplatzierte bekommt zwei Punkte, die anderen einen Punkt – wenn sie im Zielfeld gelandet sind, das vier Meter lang und zwei Meter breit ist. Wer hier übers Zile hinaus schießt, geht leer aus und erhält keinen Punkt zugesprochen. Für die Frauen ist die Wurfbahn davor zwölf Meter lang. Wenn eine Sportlerin eine schwerere Behinderung aufweist oder älter ist als 70 Jahre, darf sie die Wurfbahn um einen Meter verkürzen. Ein Kampfrichter wacht darüber, dass sich niemand durch Übertritt einen Vorteil verschafft. Ein Missgeschick, das ausgerechnet den Eutinerinnen einmal unterlief. Die Entscheidung über den Landestitel der Frauen fiel denkbar knapp. Die Eutinerinnen hatten den ersten Vergleich gegen Itzehoe mit 23:19 Punkten gewonnen, unterlagen aber im zweiten Duell mit 19:22. So gab ein einziger Punkt den Ausschlag über den Titel, der der SG Eutin die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften einbringt, die am 24. und 25. Oktober in Sonderhausen in Thüringen ausgespielt werden.

Landesmeister bei den Männern wurde die Mannschaft aus Rendsburg vor Lübeck, der SG Eutin und Itzehoe. „Ich bin erst jetzt auf den Geschmack gekommen“, meint Heinz Macheil. Der Sport sei für sein Alter ideal. Und auch die Eutiner Männer zeigten, dass sie in Schleswig-Holstein zu den besten Bosselern gehören.

 

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