Aller Anfang immer schwer?

Arbeiten an Strukturen für einen inklusiven Arbeitsmarkt: Alexander Schreiber, Anette Langner und Stephanie Ladwig (v. links).
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Arbeiten an Strukturen für einen inklusiven Arbeitsmarkt: Alexander Schreiber, Anette Langner und Stephanie Ladwig (v. links).

Arbeitskreis „Teilhabe und Inklusion“ präsentierte Wege in den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung

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29. Mai 2015, 14:51 Uhr

„Arbeit sorgt für Anerkennung der eigenen Leistungen und lässt Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben“ – mit diesen Worten eröffnete Landrätin Stephanie Ladwig die Abschlussveranstaltung des Arbeitskreises „Teilhabe und Inklusion“ kürzlich in der Kreisverwaltung. Rund 80 interessierte Arbeitgeber und Mitarbeiter des Jobcenters, der Preetzer Werkstätten, Awo, Brücke SH, Eingliederungshilfe und des Lebenshilfewerkes nahmen daran teil, um sich über Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu informieren.

„Der Arbeitskreis ‚Teilhabe und Inklusion‘ wurde Ende des Jahres 2013 gegründet, um einen inklusiven Arbeitsmarkt zu fördern. Ziele sind das Herausgeben einer Informationsbroschüre über Hilfsangebote für Menschen mit Behinderung im Kreis Plön, die Aufrechterhaltung der Betreuung in Werkstätten und die Verbesserung des ÖPNV hin zu einem barrierefreien Nahverkehr“, erklärt Alexander Schreiber, Vorsitzender des Sozialausschusses und des Arbeitskreises. „Das Verständnis von Menschen mit Behinderungen als Teil unseres Lebens und unserer Gesellschaft ist sehr wichtig. Nur so können wir Strukturen für einen inklusiven Arbeitsmarkt entwickeln und diese Menschen auf ihrem Weg dorthin begleiten und fördern“, sagt Stephanie Ladwig weiter.

Info-Veranstaltungen wie diese seien wichtig, um Hemmschwellen abzubauen. „Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen“, findet Anette Langner, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung. Eingliederungshilfe solle nicht nur auf finanzieller Ebene stattfinden. Menschen mit Behinderung sollen über Rechte in allen gesellschaftlichen Bereichen verfügen, sagt sie weiter. „Ziele der Landesregierung in Schleswig-Holstein sind ein offener Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen. Jeder soll in der Lage sein, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Inklusion bedeutet aber nicht, dass die Werkstätten abgeschafft werden. Sie sollen erhalten bleiben, um den Menschen Schutz zu bieten und ihnen den Weg zurück in die Werkstatt offen zu halten. Mit Hilfe individueller Unterstützung und Barrierefreiheit müssen wir Gleichberechtigung und Räume schaffen, in denen sich Menschen mit Behinderung frei bewegen können“, erklärt die Staatssekretärin. Die Werkstatt könne hierbei als Übergangsstation bei dem Weg in das Arbeitsleben dienen.

Dass die Integration von Menschen mit Behinderung funktioniert, ist am Beispiel von Benjamin Günz von den Preetzer Werkstätten zu sehen. Im Rahmen des Programmes „Arbeit, Bildung, Integration und Inklusion“ hat er einen ausgelagerten Arbeitsplatz erhalten. „Seit dem 1. April dieses Jahres arbeitet er für die Gemeinde Hohwacht“, freut sich Thomas Rinke von den Preetzer Werkstätten. Dafür habe Benjamin Günz sich in Schulungen, Informationsgesprächen mit dem neuen Arbeitgeber, Fortbildungen, dem Erwerb des Führerscheins und mehreren Praktika qualifiziert. „Während dieser Vorbereitungsphase testen die Menschen ihre Belastbarkeit und lernen die Anforderungen an die betrieblichen Abläufe kennen. Die Werkstätten können hier eine Vermittlerrolle einnehmen“, sagt Thomas Rinke. Es bestehe vorerst weiterhin ein Werkstattvertrag und ein
zusätzlicher Vertrag mit
dem neuen Arbeitgeber. Ziel sei aber die Übernahme in
ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, erläutert er weiter. Rund 400 Menschen mit Behinderung arbeiten bei den Preetzer Werkstätten. 70 von ihnen nehmen zur Zeit an dem Programm „Arbeit, Bildung, Integration und Inklusion“ teil.



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