Eutin : Alexandra May: Neue Hinweise im Vermisstenfall

Kriminalhauptkommissar Bernd Leppin aus Eutin stellte den Fall im Gespräch mit Rudi Cerne vor.
Kriminalhauptkommissar Bernd Leppin aus Eutin stellte den Fall im Gespräch mit Rudi Cerne vor.

Aktenzeichen XY-ungelöst zeigt den mysteriösen Fall der vermissten Eutinerin Alexandra May. Bislang gingen 30 Anrufe ein.

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16. Januar 2020, 14:28 Uhr

Eutin/Neustadt | Kein Handy, kein Schwerbehindertenausweis für den Bus und nicht mehr genügend Geld für ein Ticket: Wie tragisch die Verkettung unglücklicher Umstände im mysteriösen Vermisstenfall Alexandra May aus Eutin war, wurde im nachgestellten Beitrag von Aktenzeichen von XY-ungelöst deutlich.

10.000 Euro Belohnung bis Ende Mai

Kriminalhauptkommissar Bernd Leppin von der Eutiner Kripo war im Mittwochabend bei Moderator Rudi Cerne zu Gast und bat dort erneut um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des mysteriösen Vermisstenfalles. Eine Privatperson habe eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt, die bis 31. Mai befristet ist.

Was war geschehen?

Alexandra May hat eine leichte geistige Behinderung und lebte zum Zeitpunkt ihres Verschwindens in einer betreuten Einrichtung in Eutin. Ihre Eltern besuchte die 47-Jährige regelmäßig an den Wochenenden von Freitag bis Montag. Um zu ihren Eltern zu gelangen, fuhr Alexandra May mit dem Bus von Eutin nach Neustadt und stieg dort normalerweise in den Bus nach Grube, um nach Grömitz, dem Wohnort ihrer Eltern zu gelangen. Am letzten Sommerwochenende im Juli vor nunmehr zwei Jahren vergaß Alexandra May ihren Schwerbehindertenausweis bei ihren Eltern. Die Mutter macht sich heute noch Vorwürfe. „Ich hätte merken müssen, dass sie ihn vergessen hat“, sagt sie im Einspieler der ZDF-Sendung. Die Busfahrer sollen Alexandra May an diesem Tag nicht gekannt haben. Mit Taschengeld und Essensgeld hätte die 47-Jährige mindestens 19,66 Euro bei sich gehabt haben müssen – eigentlich genug für zwei Bustickets. Doch ob sie das Geld im Vorfeld in Eutin ausgegeben hatte, ist offen. Eben so offen ist, was danach in Neustadt passiert ist.

„Kein Ausweis, kein Geld, kein Handy – Alexandra May könnte mit der Situation überfordert gewesen sein“, heißt es im nachgestellten Film zur Veranschaulichung.

Nachdem Sie der Busfahrer nicht mit nach Grömitz nahm, weil ihr offenbar Geld und Ausweis fehlten, war sie vermutlich überfordert.
Aktenzeichen XY-ungelöst
Nachdem Sie der Busfahrer nicht mit nach Grömitz nahm, weil ihr offenbar Geld und Ausweis fehlten, war sie vermutlich überfordert.
 

Suchhunde verfolgten ihre Spur bis zur Slipanlage

„Sie kann an die falsche Person geraten sein oder jemanden angesprochen haben“, sagte Bernd Leppin auf Nachfrage von Rudi Cerne. Die rasch eingeleitete Suche am Vormittag jenes 27. Julis 2018 mit Spürhunden und Hubschrauber blieb erfolglos. Die Personensuchhunde führten die Ermittler von der Bushaltestelle einmal auf die andere Hafenseite zu einer Slipanlage, an der die Boote zu Wasser gelassen werden, beschreibt Leppin. Von dort verliere sich die Spur. Einen Sturz ins Wasser schließe er allerdings aus, da die Stelle von so vielen Menschen frequentiert werde, dass dies auf gefallen wäre.

Vom ZOB zur anderen Hafenseite verfolgten die Suchhunde die Spur der Vermissten.  Quelle: Google earth/ ZDF XY-Ungelöst
Google earth/ ZDF Aktenzeichen XY-Ungelöst
Vom ZOB zur anderen Hafenseite verfolgten die Suchhunde die Spur der Vermissten. Google earth/ ZDF XY-Ungelöst

Bislang 30 Anrufe, darunter mindestens ein neuer Hinweis

Neben Bernd Leppin, der im Münchener Studio die Anrufer der Sendung mit Hinweisen entgegennahm, arbeiteten zwei Kripobeamte in Eutin bis zur Wiederholungsausstrahlung um 1 Uhr nachts auf ZDF neo. Etwa 30 Anrufe seien eingegangen mit Hinweisen aus dem gesamten Bundesgebiet. Schon während der Sendung meldete ein Anrufer, dass er die Vermisste in Begleitung zweier Männer zwischen Neustadt und Grube gesehen habe. Diesem und anderen Hinweisen werde nun nachgegangen. „Ein Hinweis auf den derzeitigen Aufenthaltsort von Alexandra May konnte bisher leider nicht erlangt werden“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft dazu.

Die Suche geht weiter: Wer hat etwas gesehen?

Die vermisste Alexandra May wird seit zwei Jahren gesucht.
Polizei
Die vermisste Alexandra May wird seit zwei Jahren gesucht.

Wer hat Alexandra May gesehen? Zum Zeitpunkt des Verschwindens war sie 47 Jahre alt, hatte grau-blonde kurze Haare und war zuletzt mit einem schwarzen T-Shirt und einer Shorts bekleidet eventuell trug sie zusätzlich einen Strohhut. Sie ist 1,71 Meter groß und hatte zwei Taschen bei sich: eine gelb-weiß-gestreifte der Marke Sansibar und eine blau-weiße Strandtasche der Drogerie Rossmann. Außerdem hatte sie einen Harlekin-Anhänger an einer Goldkette um den Hals. Die Eutinerin wird seit zwei Jahren vermisst. Hinweise an die Eutiner Kripo unter 04521/8010 oder jede andere Polizeidienststelle.

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