Albig und ein Dutzend Fragen

Zum Aufwärmen gab es den aktuellen Wahlkampf-Imagefilm zur Person Torsten Albigs (vorn, v. re.), neben ihm Regina Poersch (MdL), Birgit Malecha-Nissen (MdB) und Moderatorin Gwendolin Jungblut.
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Zum Aufwärmen gab es den aktuellen Wahlkampf-Imagefilm zur Person Torsten Albigs (vorn, v. re.), neben ihm Regina Poersch (MdL), Birgit Malecha-Nissen (MdB) und Moderatorin Gwendolin Jungblut.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig machte am Montagabend zum Bürgergespräch in der Schiffsthalaula Station

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14. März 2017, 13:10 Uhr

Ein Dutzend Fragen wurde öffentlich beantwortet, weitere im Zwiegespräch. Montagabend machte Ministerpräsident Torsten Albig (53, SPD) Station in Plön, um mit rund 80 Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Torsten Albig im Gespräch“ ist Titel seiner Tour durch alle 35 Wahlkreise.

Inwieweit sich Bürger zur Schiffsthalaula aufgemacht hatten, die nicht
in der SPD sind oder der SPD nahestehen, ließ sich nicht ohne Weiteres ausmachen. Zumindest waren einige bekannte SPD-Gesichter darunter: Birgit Malecha-Nissen (MdB), Regina Poersch (MdL), Ortsvereinsvorsitzender Dr. Henning Höppner oder Kreisvorsitzender Norbert Maroses. Moderatorin Gwendolin Jungblut las Fragen von Kärtchen ab, die Besucher schriftlich eingereicht hatten. Zum Aufwärmen gab es den aktuellen Imagefilm zur Person Torsten Albigs.

In der Fragerunde ging es darum wie das Land künftig sicherstellen will, dass Kommunen finanziell handlungsfähig bleiben („Grundsituation der kommunalen Familie ist gut, Problem ist die wandernde Sozialstruktur“). Weitere Themen waren Bildungsgerechtigkeit („ein Skandal sind die viel zu hohen Elternbeiträge, wir werden nächstes Jahrzehnt die gebührenfreie Kita umgesetzt haben, nächster Schwerpunkt ist der Ausbau der Ganztagsschule. Wir sind am Tabellenende in Deutschland bei den Ausgaben je Schüler und Student. Es dauert lange, davon wieder weg zu kommen“), Anliegerbeiträge bei Straßenausbaumaßnahmen, Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Qualitätssicherung von Kindertagesstätten („Vergütung ist vollkommen inakzeptabel“), Unterrichtsausfall an Schulen („...wir haben fast 100 Prozent Unterrichtsversorgung, müssen an Berufsschulen besser werden“), medizinische Versorgung im ländlichen Raum („in einer digitaler werdenden Welt muss man keine Angst haben, abgeschnitten zu werden“, …  „was aber nicht geht: vor Ort einen Buchladen haben und im Internet Bücher bestellen“), der schleppende Ausbau der A  20 (Verzögerungen wegen naturschutzrechtlicher Aspekte), die Verstärkung der Landespolizei um 500 Stellen und Schulabschlüsse für volljährige Geflüchtete („ist mit konservativer Bundesregierung nicht einfach umzusetzen“).

Im Vier-Augen-Gespräch schilderte Horst Doormann Albig sein Problem und steckte ihm einen Brief zu mit der Bitte um Hilfe. Der Hohwachter soll 22  000 Euro Anliegerbeiträge bezahlen, weil seine Straße ausgebaut wurde. „Das sind 28 Renten, von wegen, das kann man ja abstottern“, klagte er am Rande der Versammlung im OHA-
Gespräch.

„Wir haben auf die Bitte der kommunalen Verbände reagiert, für alle gleiche Spielregeln zu schaffen“, lautete Albigs Antwort mit Blick auf die kommunalen Straßenbaubeitragssatzungen. „Wie es bewertet wird, dürfen die Kommunen selbst entscheiden. Nicht jede Kommune entscheidet gleich klug.“ Ein Mann wollte wissen, wann man denn endlich mit dem Zug nach Kappeln fahren könne („Verkehr braucht immer Nachfrager“). Ein anderer fragte den MP, ob er jemals aus der SPD habe austreten wollen. Antwort: „Nein, ich bin relativ frustrationstolerant“.

Womit man bei einem weiteren Schwerpunkt des Abends war: Den Landesvater von seiner privaten Seite kennenzulernen. „Er ist freundlich, offen, zuhörend, nicht so ein Schnittchenonkel, ganz normal, jemand wie alle anderen auch“, erzählte Regina Poersch, dass Albig in der Pause bei den Eutiner Festspielen statt Sekt und Schnittchen lieber Thermoskanne, Brote und was zu Naschen aus der Tasche holt. Er stamme selbst aus „ganz normalen Verhältnissen“ und sei in seiner Familie der erste gewesen, der nach der Grundschule zur weiterführenden Schule ging, blickte Albig zurück. Es müsse normal sein, zu entscheiden, welchen Weg man gehen will: „Es kommt nur darauf an, dass Du Deinen Weg gehen kannst.“

Und er schlug eine Bresche für die vermeintlich triviale, banale Politik in den Gemeinden. Er ärgere sich, wenn Menschen abschätzig über Kommunalpolitiker redeten. „Man braucht als Kommunalpolitiker ein breites Kreuz und einen Arsch in der Hose.“  


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