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Gemeinde Bosau : Alarmstimmung bei der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Ortswehr Majenfelde-Quisdorf steht vor der Auflösung. 113 potenzielle Mitglieder bekommen Post von der Gemeinde.

von
erstellt am 09.Dez.2016 | 15:55 Uhr

113 Frauen und Männer zwischen 16 und 60 Jahren aus Majenfelde und Quisdorf bekommen heute Post. Absender sind die Gemeinde Bosau, Gemeindewehrführer Andreas Riemke und der Ortswehrführer der Feuerwehr Majenfelde-Quisdorf, Benjamin Blöcker. Um eine Auflösung der 81 Jahre alten Ortswehr zu vermeiden, müssen sich mehr Majenfelder und Quisdorfer entscheiden, Mitglied in der Ortswehr zu werden.

Es fehlen etwa zehn Freiwillige, rechnete Ortswehrführer Benjamin Blöcker gestern vor. Interessierte sollten bis zum 15. Januar ihren Beitritt unterschrieben haben. Sie können sich bei einem Schnupper-Übungsabend am Mittwoch, dem 4. Januar, um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus Majenfelde informieren.

Aktuell sind nach Austritten und durch Krankheit bedingte Ausfälle nur noch 14 Kräfte in der Ortswehr Majenfelde-Quisdorf aktiv. „Eigentlich sind es nur neun, weil fünf gar nicht mehr in der Gemeinde Bosau wohnen“, sagte Andreas Riemke gestern in Hutzfeld vor Journalisten. So sei eine Hilfsfrist von zehn Minuten nach der Alarmierung nur schwer zu erreichen. Fest steht: 18 Aktive benötigt eine Einsatzabteilung als Mindeststärke zur täglichen Verfügbarkeit. Gut wären in der Ortswehr neun weitere Mitglieder in der Reserve – also zusammen 27 Einsatzkräfte.

Auch in anderen Ortswehren der Gemeinde Bosau sieht es nicht unbedingt rosig aus. Wöbs-Bichel-Löja (28 Mitglieder), Bosau-Kleinneudorf (22), Hutzfeld-Brackrade (42), Hassendorf (26), Liensfeld-Kiekbusch (30), Thürk (22), Braak-Klenzau (20) und eben Majenfelde-Quisdorf (14). In der Jugendfeuerwehr sind zurzeit 29 aktive Jugendliche im Alter ab zehn Jahren.

„Der Kreis Ostholstein hat uns aufgefordert, schriftlich zur Situation bei der Ortswehr Stellung zu nehmen“, sagte Bürgermeister Mario Schmidt. Jetzt sollen erst einmal neue Mitglieder geworben werden. „Wenn es nicht klappt“, so Andreas Riemke, „dann muss die Wehr über ihre Zukunft beraten.“ Bei einer Auflösung sei es seine Aufgabe, das dadurch entstandene Alarmierungsloch durch Gespräche mit Nachbarwehren – auch Eutin – zu stopfen. Aber so weit, so der erklärte Wille, muss und soll es nicht kommen.

Die Entscheidung über die Zukunft der Ortswehr Majenfelde-Quisdorf wird auf der Jahresversammlung am 3. Februar, getroffen. „Dann müssen die neuen Mitglieder schon am Tisch sitzen und beigetreten sein“, sagte Andreas Riemke. Und wenn nicht? „Alles ist denkbar“, sagte der Gemeindewehrführer – von der Auflösung, der Bildung einer Löschgruppe und das Zusammengehen mit einer Nachbarwehr. Es gebe auch die Möglichkeit einer Pflichtfeuerwehr oder Sicherstellung des Brandschutzes durch eine andere Feuerwehr. Riemke: „Fest steht aber, dass der Brandschutz in der Gemeinde Bosau auch mit sieben Ortswehren sichergestellt ist.“

Ortswehrführer Benjamin Blöcker ist ratlos: „Es liegt wohl am Alter der Menschen, die in unseren Dörfern wohnen.“ Die Dörfer seien Satelliten-Dörfer und dienten ihren Bewohnern, die auswärts arbeiteten, nur zum wohnen und schlafen. So fehlten die Bindung an das Dorf und das Interesse an der Mitwirkung. Blöcker: „Aber wir brauchen Menschen, die bereit sind, mitzuhelfen.“ 

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