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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 11:28 Uhr

Aktionsplan gegen Lärm

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tagsüber liegt der Krach für über 1200, nachts für fast 800 Eutiner über den Grenzwerten für Wohngebiete

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 16:58 Uhr

Rund 2000 Eutiner sind täglich erheblich störendem Straßenlärm ausgesetzt. In 852 Wohnungen im Stadtgebiet sind Fahrgeräusche von Autos und Bahn sehr laut zu hören, womit für die Betroffenen grundsätzlich neben der Belästigung auch gesundheitliche Risiken verbunden sind. Diese Daten enthält der Lärmaktionsplan der Stadt, der am 6. März im Ausschuss für Stadtentwicklung beraten wird.

Der Lärmaktionsplan geht zurück auf eine bereits 2002 gestartete Initiative der Europäischen Union, den gesundheitsschädigenden Umgebungslärm zu reduzieren. Dabei steht der Verkehrslärm im Vordergrund; gesetzlich sind die Kommunen mittlerweile verpflichtet, die bei ihnen auftretenden Probleme zu ermitteln und Gegenmaßnahmen ins Auge zu fassen.

Dringender Handlungsbedarf besteht in Gebieten, in denen der Straßenlärm am Tag Werte von 65 Dezibel überschreitet. Nachts liegt dieser Grenzwert für gesundheitsgefährdenden Schall bei 55 Dezibel. Nach den Vorgaben in Deutschland sollen langfristig die Lärmquellen am Tag leiser als 55 Dezibel, bei Nacht leiser als 45 Dezibel sein.

„Diese Mittelungspegel entsprechen den gesundheitsrelevanten Schwellenwerten aus der Lärmwirkungsforschung“, heißt es in der Darstellung des Bauamtes. Dass bei Lärm nicht die tatsächlichen Spitzenwerte, sondern die aus der zeitlichen Abfolge von lauten und leisen Phasen ermittelten Durchschnittswerte die Hauptrolle spielen, wissen die Anwohner des Schießplatzes der Jäger bei Sibbersdorf: Sie müssen punktuell ohrenbetäubendes Geballer ertragen, weil die Ruhezeiten beim Schießbetrieb für Ausgleich sorgen und damit für die Genehmigungsbehörden alles im grünen Bereich liegt.

In Eutin ist der Straßenlärm vor allem in Wohngegenden nahe der B 76 ein störender Faktor. Weitere Brennpunkte sind im Straßenzug Stolbergstraße, Schloßstraße und Rosengarten, an der Riemannstraße, der Plöner Straße und der Elisabethstraße festgestellt worden. Nach den Berechnungen des Bauamtes sind 150 Menschen vor allem an der Kreuzung Friedrichstraße/Elisabethstraße sowie am Rosengarten Spitzenwerten bis zu 75 Dezibel tagsüber ausgesetzt. Bis zu 65 Dezibel müssen täglich 420 Bürger ertragen. Insgesamt sind am Tag 1240 Eutiner von Straßenlärm umgeben, der über dem für Wohngebiete geltenden Grenzwert von 55 Dezibel liegt. Nachts (Grenzwert 45 Dezibel) liegt die Zahl der Betroffenen noch bei 770.

Für das Bauamt sind diese Zahlen allerdings kein Grund zur Aufregung, denn: „Die Zahl der von Umgebungslärm betroffenen Personen ist durch die kartierten Haupt- und Erschließungsstraßen, bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl von 17 194 in Eutin, als niedrig zu bewerten... Ein gesetzlicher Anspruch für die belasteten Einwohner auf Lärmminderung besteht nicht.“

Entsprechend zielen Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen auf die Verkehrslenkung. Als schützenswerte Ruhezonen sind der Dodauer Forst und der Bereich Ukleisee vorgesehen.

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