Kreis Plön : „Aktion passt gut in die Zeit“

Einen symbolischen Scheck überreichten Iris Prieß-Bartsch und Stephanie Ladwig an Heike Zura, Lutz Reinhard und Heidrun Knof (von links).
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Einen symbolischen Scheck überreichten Iris Prieß-Bartsch und Stephanie Ladwig an Heike Zura, Lutz Reinhard und Heidrun Knof (von links).

Eine Restcent-Initiative der Kreisverwaltung hilft bei einem Sprachpatenprojekt

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21. Januar 2015, 17:25 Uhr

Die Centbeträge hinter dem Komma ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung spenden 86 Mitarbeiter der Kreisverwaltung Plön. Durchschnittlich sind es 48 Cent, die jeder von ihnen im Monat weniger im Portmonee hatte. Auf diese Weise kamen bei der Restcent-Initiative im vergangenen Jahr insgesamt 493,88 Euro zusammen. In diesem und im kommenden Jahr gehen die Restcents an das Sprachpatenprojekt der Kreisvolkshochschule (KVHS) Plön.

„Die Aktion passt gut in die Zeit und ist ein aktuelles Thema“, sagte Landrätin Stephanie Ladwig, die den Betrag auf 555 Euro aufgerundet hatte. Zugleich verband sie die Hoffnung, dass sich noch mehr der rund 470 Kreisverwaltungsmitarbeiter an der Initiative beteiligen. Die Entscheidung, wer die Restcentspende erhalten soll, sei auf einer Personalversammlung entschieden worden, informierte die stellvertretende Personalratsvorsitzende Iris Prieß-Bartsch.

Das Geld solle für die Anschaffung von Lehrmaterial verwandt werden, sagte die KVHS-Leiterin Heike Zura. Bei dem vor vier Jahren begonnenen Sprachpatenprojekt bieten Bürger des Kreises Plön den Flüchtlingen ehrenamtliche Hilfe beim Lernen der deutschen Sprache an. Denn bevor die Flüchtlinge noch kein Bleiberecht haben, bleibt ihnen ein Sprachkursus gesetzlich verwehrt. Im vergangenen Jahr konnte durch das ehrenamtliche Engagement der Sprachpaten kreisweit rund 300 Flüchtlingen die deutsche Sprache vermittelt werden. Inzwischen gebe es rund 80 Sprachpaten im Kreis, so
Zura.

Um eine Perspektive zu haben, sei es vor allem für junge Menschen wichtig, schnell die Sprache zu erlernen, weiß die Sprachpatin Heidrun Knof aus Plön. Einzigartig ist das Angebot in Preetz, das Lutz Reinhardt vorstellte: Dort würden mittlerweile zweimal wöchentlich Übungsstunden für Anfänger und Fortgeschrittene mit durchschnittlich 15 Teilnehmern organisiert. Damit auch die Frauen die Sprache erlernen können, werden während der Deutschstunden ihre Kinder von Ehrenamtlichen betreut.

Auch weiterhin werden kreisweit noch Sprachpaten und Paten für den Alltag, beispielsweise bei Behördengängen, gesucht, gab Heike Zura zu verstehen.

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