Die Blühstreifen sollen möglichst an Wegen (Foto), Straßen und Knicks angesät werden.

Ostholstein : Aktion Blühflächen auch 2019

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Die Blühstreifen sollen möglichst an Wegen (Foto), Straßen und Knicks angesät werden.

Kreisbauernverband gibt wieder kostenloses Saatgut für landwirtschaftliche Betriebe aus.

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09. Oktober 2018, 14:11 Uhr

Lensahn | Eine Neuauflage erfährt das Blühstreifen-Programm des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck in Zusammenarbeit mit dem Kreis Ostholstein: Der Verband gibt an Mitglieder kostenlos Saatgut ab, mit dem zur Förderung der Insektenwelt blühende Flächen geschaffen werden sollen. Die wie vergangenes Jahr vom Kreis zur Verfügung gestellten 5000 Euro reichen für 1,8 Tonnen Saat, mit der etwa 90 Hektar Blühflächen geschaffen werden können.

Nachdem der Bauernverband die Neuauflage des Programmes Anfang Oktober 2018 angekündigt hatte, ist mehr als die Hälfte der Blühsaat vergeben, heißt es im jüngsten Bauernbrief vom Montag, einem monatlichen Mitteilungsblatt an die Mitglieder. Für etwa 43 Hektar gebe es noch Saat, bestätigte gestern die Geschäftsstelle dem OHA.

Vergangenes Jahr hatte der Kreisbauernverband von einem großen Erfolg gesprochen, der mit der Blühstreifen-Aktion verbunden gewesen sei. „Wir haben Rückmeldungen von vielen Landwirten bekommen, die mit Erfolg und Spaß dabei waren. Auch in der Öffentlichkeit sind die Blühstreifen gut angekommen und es war eine Pracht zu sehen, wie viele Insekten auf den Blühflächen waren,“ schrieb Geschäftsführer Holger Schädlich.

Die Samenmischungen mit mehr als zehn Pflanzen, von Phacelia („Bienenfreund“) über Malven bis Sonnenblumen, waren an insgesamt 74 Landwirte ausgegeben worden. „Wir wollten eine möglichst breite Verteilung im ganzen Kreis, und das ist uns auch gelungen“, hatte vergangenes Jahr Joachim Siebrecht festgestellt, Leiter des Fachdienstes Naturschutz beim Kreis Ostholstein.

Auch für 2019 wurden knapp zwei Tonnen Saatgut aus dem Vertragsnaturschutzprogramm Bienenweide gekauft und den Mitgliedern des Bauernverbandes kostenfrei angeboten. Sie sollen damit maximal zwölf Meter breite Streifen möglichst an Wegen, Straßen und Knicks anlegen. Die Menge ist auf zwei Hektar pro Hof begrenzt. Unter den Landwirten, die sich in Lensahn bereits für die Abnahme von Saatgut gemeldet haben, seien viele, die sich auch 2018 an der Aktion beteiligt hätten, hieß es.

Blühende Blumen bieten Nahrung für Insekten und Vögel. Fotos: Achim Krauskopf
Blühende Blumen bieten Nahrung für Insekten und Vögel. Fotos: Achim Krauskopf
 

Den Erfolg dieses Projektes hatte nicht zuletzt wie eine Änderung des landwirtschaftlichen Beihilfensystems befördert, die zur Förderung des Bienenschutzes auf Anregung des ostholsteinischen Bauernverbandes im Oktober 2017 in Brüssel erreicht worden war: In der sogenannten Omnibus-Verordnung steht der zentrale Satz: „Für Honigpflanzen genutzte Brachflächen gelten ebenfalls als ökologische Vorrangflächen.“

Die Bereitschaft von Landwirten, an der Aktion teilzunehmen und damit auf Ackerertrag zu verzichten, wird nicht zuletzt durch die Tatsache befördert, dass die Blühflächen als ökologische Vorrangfläche oder als Brache mit Honigpflanzen in dem System der europäischen Direktzahlungen anerkannt werden.

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