Bundesfreiwilligendienst : Akrobatische Aufbauarbeit

Daniel von Baschle erläutert den FSJlern Frederic Süßmann (rechts) und Max Belz sein Jahresprojekt, Dr. Kristina Exner-Carl (links) und Ina Best von der Sportjugend Schleswig-Holstein hören zu.
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Daniel von Baschle erläutert den FSJlern Frederic Süßmann (rechts) und Max Belz sein Jahresprojekt, Dr. Kristina Exner-Carl (links) und Ina Best von der Sportjugend Schleswig-Holstein hören zu.

Daniel von Baschle aus Krummsee ist der erste „Bufdi“, der bei der BSG Eutin seinen Freiwilligendienst absolviert.

shz.de von
05. Juni 2014, 15:54 Uhr

Eigentlich wollte Daniel von Baschle nach der Schule 2013 eine Ausbildung bei der Polizei antreten. Doch ein Kreuzbandriss machte dem begeisterten Fußballer einen Strich durch die Rechnung. Bevor er seinen Dienst antreten konnte, musste er ein Jahr warten. Doch Nichtstun war für
den heute 21-Jährigen aus Krummsee keine Lösung.

Seinen Ein-Jahres-Arbeitsplatz zur Überbrückung der Zwangspause schuf er sich quasi selbst – als „Bufdi“ in seinem Sportverein, der BSG Eutin, für die er in der Kreisklasse A kickt. Auf seine Initiative hin beantragte Vereinsvorsitzender Helmut Grosskreutz die Einrichtung einer Stelle des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) bei der BSG. Das klappte, so dass Daniel von Baschle vor knapp einem Jahr seinen Freiwilligendienst antreten konnte. Er trainierte in den vergangenen Monaten nicht nur mehrere Fußball-Mannschaften, sondern verwirklichte auch ein Jahresprojekt: den Aufbau einer neuen Vereinssparte, einer Akrobatikgruppe.

„Beim Turnen sind nur Kinder von ein bis sieben Jahren dabei, danach verlassen viele den Verein, das wollten wir verhindern“, erklärte von Baschle das Ziel seines Projekts gestern im Sport- und Bildungszentrum des Landessportverbands in Malente. Dort sind in dieser Woche alle zu einem Seminar zusammengekommen, die in schleswig-holsteinischen Sportvereinen einen Freiwilligendienst ableisten: 21 BFDler, wie von Baschle, und 68 junge Menschen, die sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) entschieden haben. Sie präsentierten sich Mittwoch und gestern gegenseitig ihre Jahresprojekte. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Sportjugend Schleswig-Holstein (SJSH), die zum Landessportverband (LSV) gehört und Träger der Freiwilligendienste im Sport ist.

Von Baschle besitzt zwar selbst keinen Übungsleiterschein fürs Turnen, doch hatte er im Verein mit Andreas Deppe vom Eltern-Kind-Turnen schnell einen Mitsteiter gefunden, der ihm half, das Projekt auf die Beine zu stellen. Mit Erfolg: Derzeit machen 26 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren mit. Stück für Stück tasteten sich die Kinder an die Akrobatik heran: „Wir haben mit Zweier-Gruppen angefangen, später haben die Kinder dann in Dreier- bis Sechser-Gruppen geübt“, berichtete der junge Trainer.

Die Freiwilligendienste im Sport sind eine Erfolgsgeschichte der vergangenen elf Jahre, sagt SJSH-Bildungsreferentin Dr. Kristina Exner-Carl. 2003 seien es noch sieben FSJler gewesen, mittlerweile gebe es 112 Stellen. In diesem Jahr seien noch einmal zwölf neue Stellen bei den Vereinen anerkannt worden. Kristina Exner-Carl: „Sowohl für uns als auch für die Vereine ist das eine wichtige Säule der Personalgewinnung.“

Von Baschle beginnt seinen Polizeidienst zwar in Hamburg, danach will er aber so schnell wie möglich nach Schleswig-Holstein zurück, auch um seinem Verein zu helfen: „Ich will dann wieder Mannschaften trainieren.“ Die BSG muss auch in den nächsten Monaten nicht auf einen Freiwilligendienstler verzichten. Ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern.

Auf sein Jahr bei der BSG blickt von Baschle positiv zurück: „Ich kann das ganz klar weiterempfehlen.“ Er habe Selbstvertrauen gewonnen, es falle ihm mittlerweile leichter, vor Gruppen zu sprechen. Auf die Idee mit der Akrobatik habe ihn ein Seminar mit Ina Best, SJSH-Referentin für Freiwilligendienste im Sport gebracht. „Ich bin zwar eher Fußballer, es hat mir aber Spaß gemacht.“

Was die Akrobatikgruppe gelernt hat, will sie demnächst zeigen. Am Donnerstag, 26. Juni, um 15.30 Uhr kommen die Kinder zu einer kleinen Vorführung in der Turnhalle der Schule am Kleinen See zusammen. Eltern und Interessierte können zuschauen.


> Wer sich für den Freiwilligendienst im Sport interessiert, kann sich unter Telefon 0431/6486-198 mit Dr. Kristina Exner-Carl von der Sportjugend Schleswig-Holstein in Verbindung setzen. Aktuell sind noch einige Stellen, auch in Ostholstein, zu besetzen. Informationen gibt es auch unter www.sportjugend-sh.de.

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