Lensahn : Akku unter Strom vermutlich Ursache für Großbrand auf Recyclinghof

Dichter schwarzer Rauch steigt über dem Recyclinghof auf. Die Feuerwehr ist mit 100 Kräften im Einsatz.

Dichter schwarzer Rauch steigt über dem Recyclinghof auf. Die Feuerwehr ist mit 100 Kräften im Einsatz.

Schwarze Rauchsäule über der A1: Wegen eines Großbrandes auf einem Recyclinghof war die Autobahn voll gesperrt.

shz.de von
15. August 2018, 15:40 Uhr

Lensahn | Ein Großfeuer mit riesiger schwarzer Rauchsäule auf einem Recyclinghof in Lensahn im Kreis Ostholstein hat zu einer stundenlangen Vollsperrung der Autobahn 1 und der Abschaltung einer 110-kV-Hochspannungs-Stromleitung geführt. Mehrere Orte mit Tausenden Bewohnern hatten am Dienstag stundenlang keinen Strom, erst am Abend meldete der zuständige Versorger, die Schleswig-Holstein Netz AG, dass alle Haushalte in der Region wieder versorgt seien. Auch die Autobahn zwischen Oldenburg Süd und Neustadt-Pelzerhaken konnte schließlich am Abend wieder in beide Richtungen freigegeben werden.

Der Großbrand ist vermutlich durch elektronische Bauteile im Metallschrott entstanden. Vermutlich waren in dem Haufen Akkus, die Strom abgegeben und dadurch das Feuer ausgelöst haben könnten, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Hinweise auf eine Straftat gebe es nicht.

Die A1 wurde in Höhe Lensahn aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Arne Jappe

Die A1 wurde in Höhe Lensahn aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Der Feueralarm wurde um 5.42 Uhr gemeldet. Alte Kühlschränke, dann Autoreifen, Metallschrott und schließlich die Autobahnböschung mit Bäumen seien in Brand geraten, schilderte ein Feuerwehrsprecher das Szenario. „Auf der Autobahn ging die Sicht – je nach Wind – Richtung null.“ Auch Gasflaschen befanden sich auf dem Recyclinghof direkt an der Autobahn. Ein Reporter von NDR 1 Welle Nord berichtete, es seien brennende Gegenstände auf die Fahrbahn geflogen.

Kurz vor Mittag war der Brand unter Kontrolle, es mussten aber noch Glutnester gelöscht werden. Insgesamt 16 Feuerwehren kämpften gegen die Flammen. Zu den etwa 160 Einsatzkräften gehörten auch Helfer vom THW und Berater der Umweltbehörden. Auch die Bundeswehr unterstützte mit eigenen Fahrzeugen den Einsatz und löschte den Böschungsbrand.

Die 110kV-Hochspannnungsleitung liegt direkt über dem Recyclinghof. „Die Feuerwehr bat uns, die Leitung abzuschalten“, sagte eine Sprecherin des Netzbetreibers Schleswig-Holstein Netz AG. „Wenn die Leitungsseile aus Aluminium bei der großen Hitze beschädigt worden und zu Boden gestürzt wären, hätte für die Sicherheitskräfte Lebensgefahr bestanden.“

Fachleute des Netzbetreibers konnten zunächst nicht vor Ort prüfen, ob die Leitung Schaden genommen hatte. Am Abend gelang es dann. Das Unternehmen meldete, dass Hochspannungsexperten nach der optischen Begutachtung grünes Licht zur Wiederinbetriebnahme der Hochspannungsleitung gegeben hätten.

Betroffen von Stromausfällen waren am Dienstagabend noch Teile der Gemeinden Lensahn, Grömitz, Kellenhusen, Cismar, Klostersee, Kabelhorst, Riepsdorf, Koselau, Manhagen, Lenste und Lensterstrand. Das Unternehmen bereitete eine Notversorgung vor. Dafür wurden auch Notstromaggregate aus den umliegenden Standorten in Segeberg und Ahrensburg zusammengezogen. So sollte an möglichen kritischen Orten – etwa Pflegeheime, Krankenhäuser oder Klärwerke – mit Notstromaggregaten die Stromversorgung unterstützt werden.

Es war kurz vor 6 Uhr am Dienstagmorgen, als der Notruf bei der Leitstelle einging. „Unratbrand“ war die Meldung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Lensahn. Doch aus dem Unratbrand wurde schnell eines der größten Feuer in der Geschichte der Gemeinde Lensahn. Schnell war für Einsatzleiter Hartmut Junge klar, dass man Verstärkung aus den umliegenden Gemeinden braucht.

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