Ahrensbök: Vortrag über Kolonialismus

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29. Oktober 2018, 11:53 Uhr

„Kolonisieren, zivilisieren, exkludieren. Frankreichs Zivilisierungsmission in Algerien 1830– 1962“ heißt ein Vortrag morgen um 15 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök. Die Lübecker Zeitzeugin Baya Maouche, 1952 in Algerien geboren, wird über die gewaltsame Eroberung Algeriens und die Errichtung eines kolonialen Unterdrückungsapparats durch Frankreich referieren. Sie vertritt die Ansicht, dass der Diskurs über den Kolonialismus bis heute die Wahrnehmung der Maghrebländer im Westen prägt.

Wie die Referentin ausführen möchte, hatten die Siedler das französische Schulsystem in Algerien eingeführt. Dies hatte zur Folge, dass Sprache und Kultur der einheimischen Bevölkerung – bei zeitweiligem Verbot der arabischen und der Berbersprache – verdrängt und massiv vernachlässigt wurden. Generationen von Algerier wuchsen als Analphabeten heran. Interessierte sind zu diesem Vortrag in die Gedenkstätte eingeladen. Die Referentin wird sich im Anschluss möglichen Nachfragen stellen.

Die Gedenkstätte ist jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr, jeden Dienstag und jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432, Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf. Weitere Infos unter der Telefonnummer 04525/493060 oder per E-Mail an gedenkstaetteah rensboek@tonline.de.

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