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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 20:02 Uhr

Afri kas Rhythmus für Plöns Schüler

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Professor Morphius aus Ghana zu Gast an der Rodomstorschule / Trommel-Stunde bringt Schülern fremde Kultur und Sprache näher

So eine Musikstunde haben die Kinder der Rodomstorschule auch noch nicht erlebt: An der Lehranstalt im Herzen von Plön ist an diesem Freitagmorgen der mittlerweile pensionierte ghanaische Professor Morphius zu Gast und stellt den Schülern der ersten bis vierten Klassen die Musik seiner Heimatregion vor. Unter dem Motto „Lasst die Trommeln sprechen – Rhythmen aus Westafrika“ bringt der 66-Jährige, der an der Universität in Winneba traditionelle afrikanische Musik gelehrt hat, die alte Turnhalle der Grundschule im wahrsten Sinne des Wortes zum Beben. Denn im Mittelpunkt seiner Vorstellung steht das Musikinstrument Djembe, eine einfellige Bechertrommel aus dem Westen Afrikas, die mit den bloßen Händen angeschlagen wird und trotzdem ein beeindruckendes Klangspektrum bietet, wie Morphius erklärt.

Damit die Kinder auch aktiv mitmachen können, bastelten Schüler der dritten und vierten Klassen im Vorwege für alle eigene Trommeln. Und so entsteht bei der Vorführung für die in drei Gruppen aufgeteilten Schüler dann ein riesiges Musik-Ensemble, bei dem alle mitmachen.

„Wir wollen den Kindern auf diese Weise die Begegnung mit einer für sie völlig neuen Kultur und einer fremden Sprache ermöglichen“, erzählt Wiebke Kuhnigk, die den Auftritt des Gaststars aus Ghana maßgeblich mit organisiert hat. Ein Plan, der offensichtlich aufgeht. Denn obwohl Morphius Eurapson-Quaye, wie der Vollblutmusiker mit vollem Namen heißt, kein Wort Deutsch spricht, kann er die Kinder in seiner Musikstunde sofort für sich gewinnen.

„Afrika ist ein Teil der Welt, Europa ist wieder ein ganz anderer Teil. Aber ich weiß, dass die Menschen hier in Deutschland auch Rhythmus im Blut haben“, erzählt der Akademiker von der Atlantikküste Ghanas in Englisch dem OHA. Er wolle dabei helfen, dass jeder eben diesen Rhythmus für sich selbst entdecke und in so etwas positives wie Musik umwandeln könne.

Morphius besucht Deutschland seit einigen Jahren. Schon vor seiner Pensionierung baute er zuhause das „Centre of Talent Expressions“ auf, in dem Kinder aus ärmeren Familien kostenlos eine musikalische Ausbildung erhalten können.

Hierzulande sammelt der Trommel-Virtuose mit seinen Workshops Spenden für dieses Projekt. „Für uns passt seine Darbietung perfekt zur Rodomstorschule, schließlich liegt unser Lehrschwerpunkt neben der Literatur vor allem auch auf der Musik“, sagt Wiebke Kuhnigk.

Die Schüler sehen das ähnlich, sie genießen in dieser Stunde die Abwechslung vom normalen Unterricht. Zum Ende seiner Vorstellung wird Morphius dann aber nochmals ernst. Er erzählt den Kindern, welches Glück sie hätten, jeden Tag zur Schule gehen zu dürfen. „In Afrika können das Viele nicht, obwohl sie gerne würden.“

Noch bis in den Dezember wird Morphius mit seinen Trommeln durch die Bundesrepublik reisen. So bietet er etwa schon heute Abend ab 19 Uhr einen kostenlosen Workshop für Interessierte Erwachsene in der Aula der Breitenauschule an. Informationen und Bilder vom Centre of Talent Expressions gibt es im Internet.


>www.friends-of-africa.de


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erstellt am 12.Sep.2014 | 13:14 Uhr

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