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Afghanen erhalten Europäisches Sprachenzertifikat

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 15:32 Uhr

Die Übersetzung von Witzen aus dem Persischen ins Deutsche erzeugte schon mal Situationskomik in der Gruppe. Und die Wohnungsanzeigen bereiteten mit ihren Abkürzungen den jungen Männern Kopfzerbrechen. Zwölf Afghanen haben während der Sommerferien im „Lern-reich“ des Deutschen Kinderschutzbundes Deutsch gelernt und am 1. September ihre Sprachprüfung nach „Telc“ (The European Language Certificates – die Europäischen Sprachenzertifikate) bei der Volkshochschule Oldenburg abgelegt. Gestern nahmen die Schüler die begehrten Zertifikat entgegen.

Nicht jeder hatte in allen Bewertungsbereichen ein „B1“ erreicht, doch konnten alle ihren Nachweis von Andrea Belitz entgegennehmen. Die Bereichsleiterin war mit Eike Schlupp voll des Lobes über den Lerneifer und die Ausdauer der junge Männer. Schlupp, angehender Erzieher beim DKSB, hatte die Gruppe unterrichtet. „Ich habe viel dazugelernt und Spaß gehabt“, sagte er.

Die Gruppe übte sich im Briefeschreiben und büffelte den Satzbau. „Das war nicht so schwer“, fand Wasi Bahir. Der 18-Jährige hat den B1-Nachweis in der Tasche, eine Voraussetzung für die Ausbildung zum Fliesenleger, die er im nächsten Jahr beginnen möchte. Sayfullah Anwari (18) ist dankbar, dass im Kurs mehr Zeit als in der Schule blieb, Fragen zu stellen und Themen zu erarbeiten.

Jeder der Gruppe zahlte die Prüfungsgebühr von 135 Euro selbst, bekommt sie aber entsprechend seiner Anwesenheit teilweise oder ganz erstattet, das habe die Geschäftsführung aus Freude über den guten Verlauf beschlossen, berichtete Andrea Belitz. Der DKSB würde einen solchen Kursus gerne wieder anbieten, doch da weniger Flüchtlinge und derzeit kaum noch unbegleitet geflohene Minderjährige ankämen, komme es wohl nicht dazu.

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