Eutin : „Ärgerlich, aber unvermeidbar“

Die ersten Besucher des Info-Containers, Karin und Detlef Rehmann, wurden von Bürgermeister Schulz (links) und Bürgervorsteher Holst (rechts) auch mit Rosen bedacht.
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Die ersten Besucher des Info-Containers, Karin und Detlef Rehmann, wurden von Bürgermeister Schulz (links) und Bürgervorsteher Holst (rechts) auch mit Rosen bedacht.

Ein Ausstellungspavillon zur Stadtentwicklung und Landesgartenschau wurde in der Peterstraße eröffnet. Die Spitzen der Stadt verteilten Rosen mit der Bitte um Verständnis für Einschränkungen

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09. Mai 2015, 13:15 Uhr

Karin und Detlef Rehmann aus der Robert-Schade-Straße waren die ersten Besucher: Der am Dienstag in der Peterstraße abgestellte Container, „Ausstellungspavillon“ genannt, wurde Sonnabend morgen am bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ offiziell eröffnet. In ihm sollen sich künftig alle Interessierten über Vorhaben der Stadtsanierung und der Landesgartenschau (LGS) informieren können.

Vordringliches Thema sind freilich zurzeit die Arbeiten für die Landesgartenschau, besonders viel Gesprächsbedarf gibt es über die großräumigen Sperrungen für die Öffentlichkeit im Seepark und des gesamten Schlossgartens. Das war auch für das Ehepaar Rehmann ein zentrales Anliegen, das es im Gespräch mit dem Bürgermeister erörterte.

Seit 20 Jahren wohnen Rehmanns in Eutin, seit acht Jahren vermieten sie an Feriengäste – und für die könnte es dieses Jahr bitter werden, wenn der Schlossgarten nur einen Steinwurf von ihrem Feriendomizil entfernt ist, er aber nicht betreten werden darf. „Ich hoffe, dass die nicht zu sehr verärgert werden“, sagt Detlef Rehmann.

Natürlich seien die mit den Bauarbeiten verbundenen Einschränkungen sowohl für Einwohner wie auch für Gäste ärgerlich, sie seien aber auch unvermeidbar, entgegnete Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz. „Wenn ich ein Zimmer renovieren will, macht es schon Sinn, dass ich die Schränke rausräume.“

Für Vermieter gelte, mit der Situation offensiv umzugehen, die Bauarbeiten nicht zu verschweigen und den Gästen, die bereits gebucht hätten, Ausflüge in die schöne Region zu empfehlen. Zugleich aber werde Eutin durch die Stadtsanierung und die Landesgartenschau einen riesiges Maß an Attraktivität gewinnen. Bei einem Bürgermeistertreffen hätten die Kollegen jüngst sehr viel Begeisterung und Lob über das geäußert, was in Eutin geschehe. Viele seien regelrecht neidisch gewesen. Solche Reaktionen gebe es außerhalb der Stadt, während man sich in Eutin von einigen Bürgern massive Kritik gefallen lassen müsse.

„Wir sind für die Landesgartenschau und freuen uns, dass hier so viel passiert,“ betonte Karin Rehmann. Allerdings sei die Schlossgarten-Sperrung überraschend gekommen, darauf habe man Gäste bei der Buchung gar nicht hinweise können. Karin Rehmann empfahl, die Folgen der Sperrung etwas zu mindern, indem man nicht nur monatlich Baustellenführungen anbiete, sondern wöchentlich. „Die meisten Gäste bleiben nur sieben oder neun Tage.“

Das sei eine gute Idee, stellte der Bürgermeister fest. Er werde sie an den Tourismus-Chef Per Köster weiterleiten, falls der nicht schon entsprechende Pläne habe.

Neben dem Bürgermeister agierten Bürgervorsteher Dieter Holst sowie der Bauamtsleiter und LGS-Chef Bernd Rubelt am Sonnabend als „Rosenkavaliere“: Sie verteilten an Passanten auf dem Wochenmarkt Blumen, begleitet mit der Bitte, Verständnis für die Einschränkungen durch die Bauarbeiten zu haben.

Ja, er sei dabei auch Menschen mit verkniffenen Lippen begegnet, sagte Rubelt nach der Rosen-Aktion. Aber gefühlt 90 Prozent der Passanten hätten Verständnis geäußert, dass es angesichts des Vorhabens nicht anders gehe.

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