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Eutin : Ärger um neue Infobroschüre – tote Ansprechpartner und aufgelöste Vereine

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die neue Infobroschüre der Stadt für ihre Bürger enthält jede Menge falsche Daten. Die Stadt entschuldigt sich.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 00:58 Uhr

Eutin | Die Stadt Eutin (Kreis Ostholstein) wollte in ihrer neuesten Broschüre, die dieser Tage an alle Haushalte verteilt wird, mit ihren Vorzügen werben, doch dies ging nach hinten los: Falsche Telefonnummern, falsche oder längst verstorbene Ansprechpartner, aufgelöste Vereine. Bei einer stichprobenartigen Überprüfung kam der Ostholsteiner Anzeiger auf fast 20 Fehler. Aufmerksame Leser gaben uns diverse Hinweise.

Einige Beispiele: Die Kreisleitstelle gibt es nicht mehr, seitdem es die Leitstelle Süd in Oldesloe gibt. Auch die Telefonnummer der Eutiner Polizei ist falsch, statt -810 muss die -8010 gewählt werden, um die Beamten zu sprechen. Unter der Nummer der Rheuma-Liga (-2877) ist der Sozialverband erreichbar, die gelistete Ansprechpartnerin arbeitet seit mindestens sieben Jahren nicht mehr dort. Besonders bitter: Auch bereits Verstorbene sind gelistet wie Peter Pflug (einst Landsmannschaft Ost- und Westpreußen), Walter Westphal (einst Stenographenverein), Dieter Paul (Landsmannschaft Pommern, alles Seite 48). Auch Ernst Harm vom Bund der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen ist verstorben (Seite 47).

Aufgelöst und trotzdem im Heft sind mehrere Vereine: So gibt es den Hausfrauenbund für Eutin und Umgebung (Seite 47) längst nicht mehr. Auch die Gemeinschaft der Eutiner Fotoamateure gibt es seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, sagt Schulrat Manfred Meyer auf Nachfrage, der noch als Ansprechpartner inklusive Telefonnummer gelistet ist. Seine Verwunderung war groß: „Ich hatte dem Verlag vor Jahren ein Fax auf deren Anfrage geschickt, mit der Bitte den Verein rauszunehmen“, sagt Meyer. Auch im Vereinsregister sei der Verein gelöscht worden und selbst bei der Stadt habe er das damals angegeben, seitdem auch keine Post mehr erhalten.

Anders bei Manfred Joite, der noch immer für den Tennisclub 2000 angeführt wird: „Diesen einst am A-K-tiv angesiedelte Verein gibt es seit über zehn Jahren nicht mehr.“ Noch heute bekomme er Einladungen der Stadt als Vorsitzender. Nach drei Versuchen, der Verwaltung mitzuteilen, dass es den Verein nicht mehr gibt, habe er es mittlerweile aufgegeben. Die Stadt reagiere nach seinen Aussagen einfach nicht auf seine Hinweise. Über die Auflösung des Eutiner Heimatverbandes hatte der sh:z erst Ende vergangenen Jahres berichtet.

Was sagt die Stadt dazu, die die Broschüre gemeinsam mit dem Kieler Verlag Inixmedia GmbH herausgegeben hat. „Es tut uns natürlich leid, das diese Fehler passiert sind“, sagt Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt. Fehler gebe es leider in jeder Broschüre, dies liege an der Vielzahl der Daten. Von dieser Fehlerquote zeigte jedoch auch sie sich überrascht.

Wie konnte es dazu kommen? „Die Adressrecherche hat der Verlag zumeist online übernommen und wir haben die Daten dann online überprüft. Werden Seiten nicht gepflegt oder aktualisiert, ist das schwer herauszufinden. Fehler aus dem Netz setzen sich dann leider fort“, sagt Stein-Schmidt. Von einem Redakteur des Verlages heißt es: „Wir bekommen meist Listen der Kommunen, die wir per Mail und Telefon nachrecherchieren, damit solche Unannehmlichkeiten nicht passieren.“ Es sei laut Stadt mehrfach gegengelesen worden. Doch dass anstelle des einstigen Sozialkaufhauses in der Weidestraße längst Fundräder gelagert werden, fiel dabei keinem auf.

Die gute Nachricht: Die Broschüre kostet die Stadt Eutin nichts und finanziert sich laut Verlag über Anzeigen. Für eine Online-Version und eine App sollen die Fehler ausgemerzt werden. Wer Fehler findet, kann sich unter k.stein-schmidt@eutin.de melden.

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