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Ärger um Landesgeburtstag: Jetzt machen es Hamburger

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2016 | 00:28 Uhr

Der Landesgeburtstag Schleswig-Holsteins soll krönender Abschluss der LGS sein – ein großes Fest für Stadt und Bürger am ersten Oktoberwochenende.

Doch seit bekannt ist, dass die Hamburger Agentur Hock und Partner den Zuschlag bekommt, brodelt es im hiesigen Organisator Helge Nickel. Der Grund: Die Verwaltung hat ihn nicht einmal angefragt, ob er auch ein Kosten-Angebot samt Konzept für den 70. Landesgeburtstag am ersten Oktoberwochenende abgeben will.

Nickel schrieb daraufhin Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz und wollte wissen, warum. Im Antwortschreiben, das unserer Zeitung vorliegt, nun die nächste Kränkung aus Sicht des Unternehmers: „Wir haben uns in dem konkreten Fall ... für eine Preisumfrage unter Agenturen ausgesprochen, die bereits über Erfahrungen und einschlägige Referenzen in diesem Segment verfügen.“

Im jüngsten Hauptausschuss wollte Helge Nickel, Inhaber von Kreativ und Konkret nun wissen, ob die verschiedenen Feste und Festakte, die seine Firma teilweise seit Jahrzehnten organisiere (er nannte 750-Jahr-Feier der Stadt, Vielerley Feierey, Blues-Fest) keine einschlägigen Referenzen seien. Zumal er regelmäßig beim Stadtfest mit Großflohmarkt (rund 400 Stände und vier bespielte Bühnen) zeige, dass er über die notwendige Erfahrung verfüge. „Ich erachte das als persönliche Beleidigung“, sagt Nickel.

Ähnlich antwortete der Bürgermeister, als Nickel von ihm Antworten fordert: „Ich muss hier gar nichts.“ Außerdem äußerte Nickel Zweifel daran, dass es sich bei der Ausrichtung des Landesgeburtstages, um einen „ehrgeizigen Zeitplan“ handele. So zumindest hatte es der Bürgermeister in seinem Brief an ihn verfasst, dass die Verwaltung auf Synergieeffekte hoffe, was aufgrund des „ehrgeizigen Zeitplanes für uns von nicht unerheblicher Bedeutung ist“. Nickel rechnete vor: „Die Verwaltung sagte mir bereits im Mai 2015, dass das Bikertreffen 2016 nicht wie sonst am dritten Oktober stattfinden könne, weil da noch nicht alles abgebaut ist. Das sind eineinhalb Jahre Zeit für Planungen.“ Schulz’ knappe Antwort: „Da fehlt Ihnen der Hintergrund.“ Nach kurzer Absprache mit Büroleiter Andreas Lietzke – Nickel stellte unterdes weitere Fragen – gab es die beendende Antwort: „Wir werden das verwaltungsintern abarbeiten und Ihnen schriftlich antworten.“ Für Nickel ist das nicht befriedigend. „Ich habe die bisherigen Pläne der Hamburger Agentur gesehen und es liegen erhebliche Planungsfehler vor. Außerdem ist es mehr als kontraproduktiv für den Erfolg einer Veranstaltung, dass zwei zentrale Parkplätze mit Ständen belegt werden sollen“, sagt Nickel.

Nach Angaben der Verwaltung sei die Stadt Veranstalter des Landesgeburtstages, allerdings habe das Land neben der erheblichen finanziellen Unterstützung auch Mitspracherecht. Die beauftragte Agentur hat 2010 in Rendsburg den Schleswig-Holstein-Tag ausgerichtet, große Sportveranstaltungen organisiert und Fernsehsender, Fastfood-Ketten und Banken unter ihren Referenzen.

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