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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 00:03 Uhr

Fassensdorf : Ärger um Feuerwehrausrüstung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Süseler Finanzausschuss hebt den Sperrvermerk über 100.000 Euro für ein neues Fassensdorfer Löschfahrzeug auf. Auf einen Hydraulischen Rettungssatz aber muss die Wehr weiter verzichten.

Süsel | Für reichlich Zündstoff sorgen geplante Anschaffungen eines Löschfahrzeugs für die Ortswehr Fassensdorf und Rettungswerkzeug für die Gemeinde Süsel. Den Sperrvermerk in Höhe von 100 000 Euro für den Kauf eines Tragkraftspritzenfahrzeuges hob der Süseler Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstag zwar einstimmig auf, der Kauf eines Hydraulischen Rettungssatzes scheiterte jedoch an den Stimmen von CDU und Freie Wählergemeinschaft Süsel (FWS). Richtig zufrieden waren die anwesenden Feuerwehrvertreter daher mit der Entscheidung der Ausschussmitglieder nicht. Denn diese votierten einstimmig gegen die Bewilligung von weiteren 45 000 Euro, die in den Augen der Feuerwehrleute und der Verwaltung für den Fahrzeugkauf nötig sind. „Der ursprüngliche Ansatz von 100 000 Euro war zu gering“, erklärte Julia Lunau, Fachdienstleiterin Bürgerservice, die zusätzlich beantragten Mittel.

Das sahen die sieben Ausschussmitglieder anders. Über die Parteigrenzen hinweg waren sie sich einig, dass gerade vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage der Gemeinde ein Feuerwehrfahrzeug für 145 000 Euro zu teuer sei. „Auch ein kleinerer und günstigerer Wagen genügt den Erfordernissen in Fassensdorf“, sagte Ausschussvorsitzende Martina Kloth-Korten (SPD). Unterstützung erhielt sie von
ihrer Parteifreundin Susanne Bötticher-Meyners. „Reicht denn das vorhandene Gebäude von seinen Maßen für  eine Fahrzeuggröße der gewünschten Art aus? Außerdem müssen bald zwei weitere Feuerwehrfahrzeuge im Gemeindegebiet angeschafft werden.“ Daher plädierten
alle Ausschussmitglieder für eine Obergrenze von 100 000 Euro, von denen der Kreis  94 800 Euro übernimmt. Mit dieser Lösung ist Fassensdorfs Ortswehrführer Edwin Schultz höchst unzufrieden. „Für das Geld bekommen wir höchstens einen Wagen mit 6,3 Tonnen, in den geht niemals die Ausrüstung vom alten Wagen herein.“ Der Beschluss des Ausschusses sei ein „fauler Kompromiss“.

Anders als das Fassensdorfer Fahrzeug wird der mit rund 30 000 Euro veranschlagte Hydraulische Rettungssatz nicht angeschafft. Die CDU-Vertreter zeigten sich überzeugt, dass das bisherige Werkzeug per Eigenleistung auf den zeitgemäßen Stand gebracht werden kann.

Überhaupt nicht gut kamen diese Entscheidungen bei den anwesenden Feuerwehrleuten an. „Die Motivation ist fast im Keller. Wir sollen immer sparen, machen das auch und verzichten schon auf öffentliche Gelder“, beklagte Gemeindewehrführer Kai Nagel. „Wenn die Politik Ortswehren zusammenlegen will, dann soll sie das klar sagen, es müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden.“

Dies soll tatsächlich geschehen. Auf Vorschlag des SPD-Gemeindevertreters Albrecht Dudy, der als Gast die Sitzung verfolgte, stimmten alle Ausschussmitglieder für eine gemeinschaftliche Lösung. Bei dieser soll der Feuerwehrbedarfsplan für die Periode von 2014 bis 2020 unter Einbeziehung der Fraktionsspitzen, Landesfeuerwehrschule und der Gemeindewehrführung zusammen fortgeschrieben werden. Kai Nagel kündigte umgehend an, für ein solches Treffen nicht zur Verfügung zu stehen. „Aber es gibt ja noch drei Stellvertreter“, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz daraufhin gelassen. Claus Ehlers (CDU) hatte sich zuvor – unterstützt von den beiden anderen CDU-Vertretern – dafür stark gemacht, den Bedarf von einem externen Gutachter ermitteln zu lassen.

 

 

 

 

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erstellt am 18.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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