Eutin : Ärger über Bautempo in Kaserne

Einen Kasernenrundgang unternahmen (von links) Ingo Gädechens, die Bataillonsspitzen Frank-Eckhard Brand und Tobias Aust sowie Tim Brockmann. Fotos: OHA
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Einen Kasernenrundgang unternahmen (von links) Ingo Gädechens, die Bataillonsspitzen Frank-Eckhard Brand und Tobias Aust sowie Tim Brockmann. Fotos: OHA

CDU-Politiker kritisieren den schleppenden Fortgang der Sanierungen und Neubauarbeiten. 33 Millionen Euro sollen investiert werden.

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08. August 2018, 14:59 Uhr

Alles andere als zufrieden klangen die Kommentare des CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens und des CDU-Landtagsabgeordneten Tim Brockmann über den Stand der Bauarbeiten in der Eutiner Rettberg-Kaserne: „Die Sanierung der ‚in die Jahre gekommenen‘ Rettberg-Kaserne schreitet mir insgesamt zu langsam voran“, sagte Gädechens, „die Probleme am Standort sind zwar komplex, aber nicht unlösbar. Leider gibt es am Standort Eutin eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände.“

Gädechens, Obmann und stellvertretender Sprecher für Verteidigungspolitik der CDU/CSU-Fraktion, und der für Eutin zuständige CDU-Landtagsabgeordnete Brockmann informierten sich bei einem Besuch in der Kaserne über seit Jahren nur schleppend vorankommende Bauarbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur. Bei einem Rundgang mit dem Kommandeur des Aufklärungsbataillons 6, Oberstleutnant Tobias Aust, und dem aktuell als stellvertretendem Kommandeur fungierenden Oberstleutnant der Reserve, Frank-Eckhard Brand, verschafften sie sich einen Eindruck von den Baustellen.

Für die Aufklärer sei es besonders bitter, dass die Umsetzung der dringend erforderlichen Sanierung derart lange daure, stellte Gädechens fest: „Unsere Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons sind in zahlreichen und sehr anspruchsvollen Auslandseinsätzen gefordert, da sollte eine zeitgemäße und gute Unterbringung am Heimatstandort eine Selbstverständlichkeit sein.“

Die geplanten Arbeiten in der Kaserne reichen von großen Baumaßnahmen, die seit Jahren nur schleppend realisiert werden, bis hin zu Arbeiten der Instandhaltung. Rund 33 Millionen Euro sollen, wie Gädechens weiß, in den nächsten Jahren in den Standort fließen. Damit sollen unter anderem eine Ausbildungs- und Werkhalle für die Aufklärungsdrohnen KZO und Luna, zwei Unterkunftsgebäude und ein Waffenkammergebäude entstehen. Außerdem erfolgen umfangreiche Arbeiten am Abwassersystem.

Tim Brockmann teilte die Kritik an dem Tempo der Baumaßnahmen: „In Teilen gehen die Bauarbeiten voran, aber der Umbau der Dusch- und Sanitäranlagen muss zügiger realisiert werden,“ stellte er fest. Vor allem Schimmelbildung in Duschen sorge für Probleme und fordere eine Grundsanierung.

Als regelmäßiger Besucher der Rettberg-Kaserne verfolge er schon seit längerem die schleppende Sanierung und kenne auch Gründe und bürokratische Hürden, sagte Gädechens weiter. „Im Vorfeld der Bundeswehrreform wurden alle Baumaßnahmen bis zur endgültigen Standortentscheidung 2011 gestoppt – mit der Folge, dass nach dem Stationierungskonzept alle geplanten und erforderlichen Baumaßnahmen erneut ausgeschrieben werden mussten. Diese Verzögerung war für den Standort Eutin fatal. In der Zwischenzeit haben sich nicht nur Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften geändert, die beauftragten Firmen hatten selbst die Auftragsbücher voll, so dass der öffentliche Auftraggeber in der Priorisierung nach hinten ,gerutscht‘ ist“, erläuterte der Verteidigungspolitiker.

Die schwierige Baubegleitung der Firmen wie auch die knappen Planungskapazitäten hätten in den vergangenen Jahren für weitere immense Verzögerungen bei der Sanierung der Rettberg-Kaserne gesorgt, ergänzte Brockmann. „Als Landespolitiker schaue ich jetzt genau darauf, dass die geplanten Maßnahmen vollumfänglich unterstützt werden. Die Landesplanungsbehörde hat angekündigt, die Sanierung der Rettberg-Kaserne mit Priorität weiterzuverfolgen. Diese Nachricht stimmt hoffnungsvoll.“

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