Ärger an der Ostsee über Ferienregelung

Volker Owerien
Volker Owerien

Zu wenig erreicht: Verband Ostsee-Holstein-Tourismus kritisiert Landesregierung

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20. Juni 2014, 14:10 Uhr

Große Unzufriedenheit herrscht in den Urlaubsorten an der Ostsee und in der Holsteinischen Schweiz über die neue Sommerferienregelung der Bundesländer. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Landesregierung diese Entscheidung als Erfolg wertet“, sagte der Vorsitzende Volker Owerien gestern in der Mitgliederversammlung des Ostsee-Holstein-Tourismusverbandes (OHT).

Owerien zeigte sich „arg enttäuscht“, dass die Kultusministerkonferenz den zeitlichen Korridor für die Sommerferien für die Jahre 2018 bis 2024 nur um drei auf 84 Tage erhöht hat. Diese Zahl sei möglicherweise noch „geschönt“, in jedem Fall aber zu wenig, um die Hauptsaison im Norden zu verlängern und so für die Gäste den Kampf um Quartiere zu entzerren. „Die Interessen unseres Landes haben keine Berücksichtigung gefunden. Damit gehen uns im Tourimus 50 Millionen Euro täglich verloren“, so Owerien.

Im Gegensatz dazu werten die ostholsteinischen SPD-Landtagsabgeordneten Regina Poersch und Lars Winter die Sommerferienregelung als „Erfolg für den Tourismus“ und die Landesregierung. Wörtlich: „Die Gefahr, dass der Zeitraum wie in diesem Jahr auf 71 Tage reduziert wird, konnte abgewendet werden.“ Damit wiesen sie auch von der CDU geäußerte Kritik zurück; zugleich forderten beide SPD-Politiker die Tourismuswirtschaft auf, „dafür zu sorgen, dass noch mehr Menschen gern in Schleswig-Holstein Urlaub machen“.

Beim Ostsee-Holstein-Tourismus sieht man dafür im neuen Strategiekonzept des Landes vielversprechende Ansätze. Mit dem Plan, für das Marketing neben Zielgruppen auch wieder Themen ins Visier zu nehmen, sehe der OHT seine alte Position bestätigt, sagte Owerien. Er nahm nach elf Amtsjahren letztmalig als OHT-Vorsitzender Stellung zur Tourismuspolitik. Zu seiner Nachfolgerin wurde einstimmig die Plöner Landrätin Stephanie Ladwig gewählt.

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