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Niederkleveez : Ärger am Osterberg: Zuschlag versagt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Verhandlungen zwischen Förde Sparkasse und interessierten Käuferin laufen weiter. Bürgermeister Joachim Schmidt sauer

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 04:45 Uhr

Der Schandfleck am Holmweg in Niederkleveez scheint doch noch eine Weile zu bleiben. Auf Antrag der Förde Sparkasse ist der am 26. Januar vor dem Amtsgericht Plön erteilte Zuschlag im ersten Versteigerungstermin an die meistbietende Barbara Holst aus Hamburg gestern versagt worden. Sie hatte im ersten Versteigerungstermin 65  650 Euro für den Osterberg und die benachbarte Liegewiese am Dieksee geboten und einen schnellen Abriss der beiden Ruinen in Aussicht gestellt.

Als Grund gab die Förde Sparkasse Verhandlungen mit potentiellen Kaufinteressenten an, die einen höheren Erlös erwarten lassen. Der Eigentümer steht immerhin mit 303000 Euro in der Kreide, denen nur 65  650 Euro Erlös gegenüber stehen. Deshalb wird das Verfahren mit Eintritt der Rechtskraft einstweilig eingestellt, sagte die Rechtspflegerin gestern zu Barbara Holst und einem verärgerten Bösdorfer Bürgermeister Joachim Schmidt.

„Wenn die Niederkleveezer morgens aufwachen und auf unseren Osterberg schauen, dann denken sie, der Krieg ist immer noch nicht vorbei“, beschrieb Schmidt das dortige Erscheinungsbild. Er möchte die Angelegenheit lieber heute als morgen beenden. Denn: Zur dringend nötigen Verkehrssicherung des Grundstückes durch herabfallendes Holz von den Bäumen muss die Gemeinde wieder Geld ausgeben. Bisher sei eine fünfstellig Summe aufgelaufen. Schmidt zu Wolfram Bergholz von der Förde Sparkasse: „Und jetzt wird hier wieder getrickst. Wir werden die Rechnung an die Förde Sparkasse schicken.“

Der Bänker gab „Schuldnerschutzgründe“ und aktuelle Kaufverhandlungen für seinen Antrag auf Versagung des Zuschlags an und erinnerte Joachim Schmidt an die „rechtsstaatliche Position des Gläubigers“. Die Förde Sparkasse hafte nicht für die entstandene Situation, sie verfolge lediglich das Verfahren.

Die ehemalige Augenklinik, das benachbarte Schwesternwohnheim am Osterberg und die dazugehörige Liegewiese am Dieksee in Niederkleveez wurden Ende der 1980er Jahre von der Landesversicherungsanstalt Hamburg aufgegeben und an die Wirtschafts- und Beratungsgesellschaft in Wismar verkauft. Die vermietete das Anwesen von 1992 bis 1994 als Gemeinschaftsunterkunft für Um- und Aussiedler. Seit mindestens 1996, vermutlich aber bereits länger, steht es leer. In den vergangenen Jahren brannte es zwei Mal in den Häusern. Der B-Plan sieht die Gebäude als „künftig fortfallend“ vor.

Die 53-jährige Barbara Holst hat ihre Wurzeln in der Holsteinischen Schweiz und ist immer noch am Kauf des Osterbergs und der Liegewiese interessiert. Ihr Plan: Sie will das Waldgrundstück so belassen, die Ruinen abreißen und auf der Liegewiese ein Haus bauen. Die Verhandlungen mit der Förde Sparkasse über einen höheren Kaufpreis begannen gleich gestern.

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