Abwehrschwächen bestraft

Mit diesem Flachschuss bringt Sebastian Witt Eutin 08 nach zwölf Minuten in Führung, sein Gegenspieler Benedict Klimmek kommt mit seinem Tackling zu spät.
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Mit diesem Flachschuss bringt Sebastian Witt Eutin 08 nach zwölf Minuten in Führung, sein Gegenspieler Benedict Klimmek kommt mit seinem Tackling zu spät.

Fußball-Oberliga Schleswig-Holstein: Eutin 08 bringt nach 3:1-Führung vom TSV Bordesholm nur ein 3:3(2:1)-Unentschieden mit

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28. Oktober 2018, 21:17 Uhr

Eine Stunde lang sah Eutin 08 in der Fußball-Oberliga beim TSV Bordesholm wie der sichere Sieger aus, führte verdient mit 3:1 Toren. Doch dann gaben die Gäste das Spiel noch aus der Hand. Folge waren zwei Tore für die Gastgeber, die mit dem Unentschieden dem Hallen Masters in der Kieler Sparkassenarena im Januar einen großen Schritt nähergekommen sind. Die Ostholsteiner hingegen müssen sich wohl darauf einstellen, dass die Hallen-Landesmeisterschaft 2019 nach vier Jahren zum ersten Mal ohne Eutin 08 ausgespielt wird.

Dabei hatten die Eutiner über weite Strecken das Geschehen bestimmt. Sie strahlten vom Anpfiff weg Selbstvertrauen aus. Der Ball lief sicher durch die Reihen der Gäste, die Bordesholmer waren vollauf mit Abwehraufgaben beschäftigt, kamen kaum zu Entlastungsaktionen. Folgerichtig ging Eutin 08 in Führung, als Sebastian Witt von rechts in den Strafraum eindrang und den Ball an Torwart Patrick Dahmen zum 1:0 ins Netz schob (12.). Auch danach setzte Eutin 08 den TSV Bordesholm unter Druck, so konnte Tom Leon Morschheuser den Ball nach einer flachen Witt-Hereingabe gerade noch mit vollem Risiko übers eigene Tor auf Kosten einer Ecke klären (16.). Aus dem Nichts bescherte eine Unachtsamkeit dem TSV den Ausgleich. Die Gastgeber führten einen Freistoß schnell aus, Jasper Brandholt sprintete in den freien Raum, war einen Tick schneller als Lennart Weidner, der den Winkel verkürzen wollte, und markierte das 1:1 (23.).

Die Gäste ließen sich nicht aus dem Konzept bringen, hatten aber auch Glück, dass Dahmen den Treffer zum 2:1 mit einem Fehler erst ermöglichte, als er einen Freistoß aus 17 Metern von Christian Rave nur ins eigene Netz klatschen konnte (26.).

Zwar kamen die Gastgeber mit sichtbar mehr Elan aus der Kabine, doch Eutin 08 erhöhte durch Kevin Hübner, der nach einer guten halben Stunde für Egzon Lahi eingewechselt worden war, auf 3:1 (61.). Hübner setzte sich mit schnellem Antritt ab, erkannte die Lücke im langen Eck und schob den Ball aus 24 Metern ins Tor – auch hier sah Dahmen nicht gut aus. „Wenn du auswärts mit zwei Toren Vorsprung führst, musst du auch gewinnen“, stellte der Eutiner Trainer Lars Callsen fest.

Während die Gastgeber immer mutiger wurden und jetzt auch die Zweikämpfe besser annahmen, ließ bei den Eutinern die Konzentration nach. „Eutin 08 wirkte in dieser Phase verunsichert“, sagte TSV-Trainer Björn Sörensen. Seine Mannschaft kam zweimal nach Eckbällen zu Torerfolgen, als Malte Lucht (72.) und Benedikt Klimmek (75.) den Eutiner Torwart Lennart Weidner jeweils per Kopfballverlängerung überwanden. „Wir wussten um die Raumdeckung, mit der Eutin 08 die defensiven Standards verteidigt. Wir wussten, in welche Räume wir rein müssen“, sagte Sörensen. In den letzten Spielminuten suchten beide Mannschaften die Entscheidung. Dabei hatten die Eutiner Pech, dass der eingewechselte Kevin Ferchen rechts am Tor vorbeischoss (74.). Beim letzten Eutiner Angriff drehte Marvin Obenaus den Ball haarscharf am linken Torgiebel vorbei (88.)

Die erste Halbzeit sei eindeutig an Eutin 08 gegangen: „Hinten raus hatten wir mehr Willen, den Sieg noch zu holen“, meinte der TSV-Trainer. Dennoch sei das Unentschieden auf jeden Fall unter dem Prädikat „Punktgewinn“ einzuordnen.

Dagegen trauerte Lars Callsen der Zwei-Tore-Führung hinterher: „Es nervt mich, dass wir solche Tore kassieren.“ Beim Ausgleich zum 1:1 habe seine Mannschaft beim Freistoß „komplett gepennt“. Aber: „So passieren Tore.“ Nach 11:1 Toren aus den drei Spielen gegen den TSV Schilksee, den VfB Lübeck II und Inter Türkspor Kiel waren die Trainer gerade in puncto stabile Abwehr verwöhnt.

Am kommenden Sonnabend beenden die Eutiner die Hinrunde mit dem Heimspiel gegen den Heider SV. Dabei müssen sie als Sieger vom Platz gehen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher des TSV Bordesholm oder des TSB Flensburg hoffen.

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