Absage: Hauptausschuss will Spielschiff nicht mehr

Bis das Schiff abmontiert ist, darf noch gespielt werden.
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Bis das Schiff abmontiert ist, darf noch gespielt werden.

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16. März 2017, 00:31 Uhr

Das war’s. Der Hauptausschuss erteilte dem beliebten Spielschiff „Bounty“ in seiner Sitzung am Dienstagabend eine überraschende Absage. Einzig Margret Möller (FDP) stimmte für den Vorschlag der Verwaltung, das Schiff vor die Schwimmhalle zu versetzen.

Dies überraschte, denn die Suche nach einem anderen Standort als vor dem Schloss war erst ins Rollen gekommen, weil sich alle Gremien für den Verbleib des Schiffes in Eutin – am liebsten am derzeitigen Standort vor dem Schloss – einsetzten. Das Schiff erfreute sich während der Landesgartenschau großer Beliebtheit. Altbürgermeister Klaus-Dieter Schulz suchte noch während seiner Amtszeit das Gespräch mit dem Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist, um einen Verbleib zu organisieren; Carsten Behnk machte sich ebenfalls für das Schiff in der Stadt stark.

Doch nach und nach wurde deutlich, dass nicht die Wobau, sondern Denkmalpflege und Innenministerium etwas gegen das Schiff am Schloss hatten. Denn neben der temporären Genehmigung des Denkmalschutzes ist das weitaus größere Problem die Planung (wir berichteten). Da die Fläche nur als temporäre Anlage vorgesehen und mit Städtebaufördermitteln finanziert wurde, muss die einstige Rasenfläche wieder hergestellt werden, sonst droht eine Rückzahlung der Fördermittel.

Die CDU hielt den neuen Standort am Dienstagabend für „ungeeignet“, auch die Grünen äußerten Bedenken, ob der anstehenden und kostenintensiven Sicherungsmaßnahmen, damit kleine Kinder an der Schwimmhalle nicht in den See fallen. Die SPD sprach sich eindeutig dagegen aus. Per Abstimmung entschied sich der Hauptausschuss nach kurzer Diskussion schließlich, die „Bounty“ Richtung Lensahn segeln zu lassen. Den Wert eines neuen Bausatzes für so ein Schiff schätzte Bauamtsleiter Bernd Rubelt auf Nachfrage von Sascha Clasen (CDU) auf mindestens 40  000 Euro. Die Stadt hätte nur die Kosten für Versetzen und Herrichten des Platzes tragen müssen. Ein deutlich geringerer Geldwert in Form eines Grundstückes, das die Wobau laut Rubelt von der Stadt für ein Bauvorhaben benötigt, sei als Ausgleich im Gespräch gewesen.

„Wir haben damals zahlreiche Anrufe und Briefe von Kindern und Eltern bekommen, die baten, das Schiff in Eutin zu belassen. Da wussten wir, es ist am richtigen Platz. Es ist bedauerlich, dass es nun anders entschieden wurde. Denn auch vor der Schwimmhalle sind viele Kinder unterwegs“, sagte Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist gestern auf Nachfrage. Die einmalige Chance auf ein tolles Spielgerät für sehr wenig Geld sei damit vertan.

Die Wobau werde nun sehen, wie das Schiff in die aktuellen Planungen für Lensahn einzubinden ist. Eines sei aber sicher: „Die Kinder da werden sich freuen.“

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