zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 13:38 Uhr

Abkehr von den Einbahnstraßen?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lebhafte Diskussionen programmiert: Ein neues Verkehrskonzept könnte weitreichende Änderungen in der Eutiner Altstadt bewirken

von
erstellt am 05.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Schon vor der eigentlichen Beratung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, die Donnerstag (7. Januar) um 18 Uhr im Bauamt erfolgt, hat ein Thema in der Stadt kräftige Wellen geschlagen: Könnte die Aufhebung der Einbahnregelung in Lübecker Straße, Stolberg- und Schloßstraße sowie Am Rosengarten in Verbindung mit einer Anwohner-Begrenzung und der Schaffung künstlicher Sackgassen ein zukunftsweisendes Konzept sein? „Das hat schon heiße Diskussion ausgelöst“, sagte gestern Klaus Hoth, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE), als Reaktion auf einen Bericht im Ostholsteiner Anzeiger am 2. Januar.

Der Vorschlag ist nicht neu: Vor gut zwei Jahren, Anfang November 2013, hatte der Experte Prof. Dr.-Ing. Herbert Staadt im Stadtentwicklungsausschuss seine Ideen für ein neues Verkehrskonzept erläutert – und da schon manchen Atem stocken lassen. Einen Monat später, im Dezember 2013, hatte die Stadtvertretung ein Sanierungskonzept für den „Historischen Stadtkern“ verabschiedet, zu dessen Bestandteilen ein Verkehrskonzept gehört. Teil dieses Konzeptes ist eine „Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenzug Schloßstraße / Am Rosengarten“, die mit einer „Unterbrechung für den motorisierten Individualverkehr“ erreicht werden soll, also einer Unterbindung des Durchgangsverkehrs.

Eine Verkehrszählung im Dezember 2013 habe ergeben, dass die Hälfte der Autos, die vom Rosengarten nach links oder rechts auf den Voßplatz abbiegen, reiner Durchgangsverkehr seien, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für die Sitzung am Donnerstag. Eine Zählung im November 2015 habe das gleiche Ergebnis gebracht.

In der Vorlage wird vorgeschlagen, zur schrittweisen Umsetzung des Verkehrskonzeptes die Verkehrsführung in der Innenstadt testweise zu ändern und Daten zu sammeln. Als Testphase wird dieses Jahr von Ende März bis Anfang November vorgeschlagen, also Start einen Monat vor der Landesgartenschau und Ende einen Monat nach deren Ausklang.

Was soll geschehen? Die Einbahnregelung in den Straßen Lübecker Straße, Stolbergstraße, Schloßstraße, Am Rosengarten und auch in der Albert-Mahlstedt-Straße soll aufgehoben werden, alle fünf also wieder in beide Richtungen befahrbar werden. Zugleich soll der Straßenzug Schloßstraße und Am Rosengarten „unterbrochen“ werden. Auf Deutsch: Eine Barriere soll verhindern, dass Autos von der Stolbergstraße bis zum Voßplatz gelangen – und ohne Einbahnregelung könnten sie auch in umgekehrter Richtung vom Voßplatz in Richtung Schloss fahren. Trotz der Barriere könnten alle Geschäfte und Wohnhäuser, so die Verkehrsplaner, angefahren werden, entweder über Jungfernstieg und Schloßstraße oder vom Voßplatz Richtung Schloss.

Mit der Befahrbarkeit in beide Richtungen ginge allerdings der fast lückenlose Parkstreifen an der rechten Straßenseite in Lübecker Straße, Stolbergstraße, Schloßstraße und Am Rosengarten verloren. Auf 47 Stellplätze schätzen die Planer den Verlust, auch wenn das Parken in den Straßen weiter erlaubt sein soll, also das Abstellen von Autos am Straßenrand – zum Beispiel wie in der Riemannstraße – nach den Maßgaben der Straßenverkehrsordnung.

In der öffentlichen Sitzung am Donnerstag soll der Ausschuss beraten, ob und wie er den Empfehlungen der Vorlage folgen will. Eine Bürgerversammlung mit Vorstellung der geplanten Testphase wird für den 18. Januar vorgeschlagen, bevor am 4. Februar ein endgültiger Beschluss im Ausschuss fallen könnte.

Klaus Hoth kündigte mit Blick auf Donnerstag an: „Wir werden uns die Pläne sehr genau anschauen und uns dann im Vorstand der WVE eine Meinung bilden.“ Allerdings werde eine gewisse Skepsis gegenüber grundlegenden Änderungen der Verkehrsführung durch jüngste Erfahrungen der Vergangenheit geschürt: Ob kürzlich die nur zwei Tage dauernde Sperrung der Albert-Mahlstedt-Straße oder die Vollsperrung der Carl-Maria-von-Weber-Straße zwischen Kreisverkehr und Weidestraße für Asphaltierungsarbeiten: Das reine Chaos und lange Staus seien die Folgen gewesen. „Dann kommt im Radio wieder die Meldung, die wir ungerne hören: Eutin bitte weiträumig umfahren...“








zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen