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Abi-Ball: Polizei wehrt sich mit Pfefferspray

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

30 Personen versuchen, Festgenommenen zu befreien / Ärger mit Organisation

Sie wollten das geschaffte Abitur und den Beginn eines neuen Lebensabschnittes feiern. Doch die Party des Weber-Gymnasiums in den Schlossterrassen vergangenes Wochenende lief in den frühen Morgenstunden völlig aus dem Ruder.

Versuchte Gefangenenbefreiung, versuchte Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – so lautet die Anzeigenliste der Polizei nach dem bisher größten Einsatz im Kreis Ostholstein bei einer Abi-Party. Angefangen hatte alles mit dem Drogenfund bei einem Gast, der nach Angaben des engagierten Abi-Ball-Managers zu später Stunde noch in die Schlossterrassen zum Feiern wollte. Der Sicherheitsdienst hatte Drogen bei dem jungen Mann entdeckt, der vor einem Jahr Abi am Weber-Gymnasium gemacht haben soll, und rief daraufhin die Polizei. Als die Beamten eintrafen, den jungen Mann vorläufig festnahmen und zum Auto führen wollten, sahen sie sich plötzlich rund 30 Personen gegenüber, die versuchten, den Gefangenen zu befreien, schildert Polizeipressesprecher Ulli Fritz Gerlach. Dabei sei es zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen gegen die Polizeibeamten gekommen.

Die Polizisten vor Ort hatten um Abstand gebeten, „aber das Verhalten einiger Gäste gegenüber der Staatsgewalt war absolut nicht tolerierbar“, sagte Guiseppe Cascio, Chef des engagierten Abiball-Managements. Die Polizei rief Verstärkung, forderte auch die Hundestaffel aus Neustadt an. Erst als die Beamten Pfefferspray einsetzten, habe sich die Lage beruhigt, schilderten Beobachter. Fünf Personen seien dadurch verletzt worden. Insgesamt fünf Streifenwagen seien vor Ort gewesen, so berichten Gäste.

„Es war alles wunderschön, bis die Spätkommer kamen“, sagt Cascio rückblickend. Diese Meinung teilen die Abiturienten jedoch nicht alle. Gegen 23 Uhr soll Bier und Wein alle gewesen sein – und das, obwohl die Gäste für eine „Getränke-Flat“ bezahlt hatten. Doch dies ist aus Sicht der Abiturienten, die sich um die Organisation gekümmert haben, nicht das einzige, das sie bemängeln würden. „Wir sind am Ende echt enttäuscht und hatten uns mehr davon versprochen“, erzählt ein Abiturient. So hätten Verantwortliche nicht nur die Dekoration letztlich selbst übernehmen müssen, sondern auch dafür gesorgt, dass Gäste, die im Vorverkauf Karten erworben hatten, aber später kamen, noch eingelassen wurden.

Ein Vater schreibt auf der Seite des Organisators von einer Verantwortlichen, die an dem Abend in Tränen ausgebrochen sei, als es zu Komplikationen kam, Getränke alle waren und neu organisiert werden mussten.

„Nun gilt es, die Erfahrungen des Abends zu nutzen, um künftigen Veranstaltungen einen noch erfolgreicheren Ablauf zu ermöglichen“, so der Vater. Nach Informationen unserer Zeitung ist der Veranstalter auch für die anderen Abschlussfeiern in Eutin engagiert. Die Polizei stehe mit ihm in Kontakt.



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erstellt am 05.Jul.2017 | 04:00 Uhr

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