Abgeordnete verabschiedet

Landrätin Stephanie Ladwig (li.) und Kreispräsident Peter Sönnichsen (re.) verabschiedeten im Sitzungssaal unter anderem (v.  li.) Alexander Schreiber, Maria Busch-Laurinck und Helga Hohnheit
Landrätin Stephanie Ladwig (li.) und Kreispräsident Peter Sönnichsen (re.) verabschiedeten im Sitzungssaal unter anderem (v. li.) Alexander Schreiber, Maria Busch-Laurinck und Helga Hohnheit

17 langjährige Mitglieder des Kreistags Plön gehen / Mehrheitsverhältnisse deuten auf schwierige Zeiten hin

shz.de von
25. Mai 2018, 12:50 Uhr

„Ach ja, und Tschüss“ – mit diesen letzten Worten verabschiedete sich Donnerstagabend Helga Hohnheit als dienstälteste Kreistagsabgeordnete vom Amt, vom Kreistag, ihren Kollegen und Mitarbeitern unter dem Applaus der zahlreichen Gäste im Sitzungssaal der Plöner Kreisverwaltung. Seit 1990 gehörte sie dem Kreistag an, arbeite in zahlreichen Ausschüssen mit den Schwerpunkten Soziales und Gesundheit, war von 1998 bis 2003 auch Kreispräsidentin und Initiatoren zahlreicher Programme des Kreises wie dem Notruf für Frauen oder in Pflegefragen. Mit ihr geht eine Vollblut-Politikerin mit dem Herz und dem Vertrauen der Bürger. „Es ist schon etwas Wehmut dabei, zurückzublicken“, sagte sie in ihrer letzten Rede. Die Kommunalpolitik sei ein weites Feld, „das macht auch den Reiz aus.“ Der Kreis Plön habe sich als kommunale Familie gut entwickelt. „Darauf können wir stolz sein.“ Aber, mahnte sie die nun neu in den Kreistag kommenden Abgeordneten aller Parteien: „Mit Gestaltungsräumen muss man verantwortungsvoll umgehen. Und dann ein letzter Dank an den noch amtierenden Kreispräsidenten und jahrelangen Wegbegleiter im Amt, Peter Sönnichsen: „Sie haben dem Kreistag gut getan mit ihrer besonnenen Art.“

Sönnichsen und Landrätin Stephanie Ladwig verabschiedeten an diesem Abend auch weitere 17 Kreistagsabgeordnete aller Parteien, die dem sich am 11. Juni neu etablierenden Kreistag nicht mehr angehören werden. „Unsere Demokratie zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Zeit ihrer Vertreter begrenzt ist“, so Ladwig in ihrer Eröffnungsrede. Der Wechsel sei ein „normaler demokratischer Akt, aber auch etwas sehr Persönliches für die Betroffenen.“ Viele gehörten dem Kreistag über mehrere Wahlperioden an. „Doch der Wähler hat gesprochen.“ „Sie haben sich in guten wie in schlechten Zeiten für die Bürger engagiert“, dankte sie den scheidenden Abgeordneten. Eine schwere Bürde sei die Zeit der Haushaltskonsolidierung gewesen, in der der Bewegungsspielraum mehr als klein war. „Nur zu streichen und zu sparen macht keine Freude.“ Und doch habe man immer „außerordentlich gut zusammen gearbeitet, überparteilich und besonnen“, ergänzte Sönnichsen. „Es war eine Ehre und Freude, mit Ihnen zusammen zu arbeiten“, in Richtung der scheidenden Abgeordneten.

Dennoch klang in den Reden auch durch, dass nun wohl eine spannende Zeit auf den Kreistag zukommen wird ohne klar erkennbare Mehrheiten. Zeigen wird sich dieses wohl schon bei der Wahl des Kreistagspräsidenten anlässlich der Konstituierung des neuen Kreistages Anfang Juni. Die CDU hat als stärkste Fraktion ihren bisherigen Vorsitzenden und ehemaligen Kreispräsidenten Werner Kalinka für das Amt vorgeschlagen. Ihm steht allerdings das Veto von vier Parteien entgegen. „Ich wünsche mir eine andere Gesprächskultur“, sagte Sönnichsen, der aus dem Amt ausscheiden wird. „Ausreden und Zuhören habe in den letzten Jahren nicht immer funktioniert.“ Und letztlich: „Wir werden darüber reden müssen, was wir als Kreis wollen.“

Deutliche Worte an die scheidenden und kommenden Vertreter des Kreises fand auch Sönke Schulz
vom schleswig-holsteinischen Landkreistag in seinem Grußwort: „Kompromisse zu finden ist schwer, aber es sollte darum gerungen werden.“ Denn viele Herausforderungen ließen sich nur kreisweit lösen. Schwierig sei sicherlich dabei, „die Interessen des eigenen Wahlkreises mit den Interessen des Kreises abzustimmen.“ Und in Richtung auf die „Neuen“ – mit Blick auf die scheidenden Abgeordneten: „Hier stehen eure Vorbilder.“

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