Kompost-WC geplant : Auf dem Bungsberg soll für Besucher ein modernes „Plumpsklo“ stehen

Avatar_shz von 30. November 2021, 08:00 Uhr

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Eine solche Kompost-Toilette, wie sie im Urban-Gardening Projekt „Elisa-Beet“ in Berlin-Wedding seit November 2020 in Betrieb ist, soll in Kürze auf dem Bungsberg stehen.
Eine solche Kompost-Toilette, wie sie im Urban-Gardening Projekt „Elisa-Beet“ in Berlin-Wedding seit November 2020 in Betrieb ist, soll in Kürze auf dem Bungsberg stehen.

Das Ausflugsziel auf dem höchsten Punkt Schleswig-Holsteins soll mit einer rund um die Uhr und barrierefrei zugänglichen Toilette ausgestattet werden. Sie braucht kein Wasser und nutzt Solarenergie.

Schönwalde am Bungsberg | Der Bungsberg ist nicht erst seit Corona zu dem erhofften Ausflugsziel geworden. Die Gastronomie hat aber nicht täglich geöffnet, gleiches gilt für die Toiletten im Keller. Aus diesem Grund beschloss der Zweckverband Bungsberg die Anschaffung einer immer öffentlich zugänglichen Toilette. Die Wahl fiel auf ein barrierefreies Kompost-WC. Toilettenhaus ohne Wasserbedarf Die Verbandsversammlung entschied für ein Modell des Berliner Start-Ups „Eco Toiletten“. Das WC mit knapp fünf Quadratmetern Grundfläche funktioniert autark: Ein Anschluss an Frisch- und Abwasser sei nicht erforderlich, da eine Trennung von Urin und Feststoffen erfolge. Zusammen mit einem automatischen Streuautomaten für Sägespäne sollen laut Hersteller unangenehme Gerüche, wie sie aus Mobiltoiletten bekannt sind, vermieden werden. Strom für Beleuchtung und den Streuautomaten produziere die Kompost-Toilette aus Solarstrom. 18 Monate Miete zum testen Zunächst will der Zweckverband das Modell „Basis Big“ für 18 Monate mieten und nach den Erfahrungen über einen möglichen Kauf entscheiden. Für Installation und eine Jahresmiete stellte der Zweckverband knapp 10.000 Euro in den Haushalt ein. Für die Kompostierung der in Fässern gesammelten Fäkalien und die wöchentliche Reinigung, die laut Hersteller mit zwei Liter Wasser und Desinfektionsmitteln erfolgen soll, wurden weitere 6.000 Euro veranschlagt. Stiftungsgeschäftsführer Jörg Schumacher sagte die Übernahme der Reinigungskosten durch die Sparkassenstiftung Ostholstein zu. „Diese Kompost-Toiletten passen genau in das Konzept, das wir verfolgen“, sagte er zur Vorlage der Verwaltung des Amtes Ostholstein-Mitte. Schnelle Umsetzung Schumacher und viele andere Mitglieder der Verbandsversammlung wollten die Installation nicht auf die lange Bank geschoben wissen. Noch in dieser Woche soll ein Ortstermin mit dem Hersteller Klarheit über den Standort des Klohäuschens bringen. Der Zweckverband bevorzugt dafür den Zugangsbereich zum Fernmeldeturm. Dafür muss an der Stelle jedoch ein Zaun versetzt werden. Auch diese Kosten werde die Sparkassenstiftung übernehmen. Da auch im Winter mit Besuchern zu rechnen ist, sollen die Arbeiten so bald wie möglich beginnen. Der Hersteller gibt die Lieferzeit mit sechs bis acht Wochen an. WC im naturnahen Umfeld Die Gründer von Eco Toiletten, Kevin Kuhn, Sven Riesbeck und Thomas Jakel, suchten 2012 die Lösung für ein ganz anderes Problem. Nach Angabe der Gründer gibt es weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen, die gar keinen Zugang zu Toiletten haben. Daraus resultierten meist gesundheitliche Probleme durch sich verbreitende Krankheitserreger in umgekippten Gewässern und Böden, die versauern. Während in Indien der Verein Non-Water-Sanitation entstand und dort noch immer aktiv ist, entdeckten die drei Studenten den Markt für autarke Toiletten im städtischen wie im naturnahen Umfeld. Zudem bieten sie Miettoiletten als Alternative zu Chemietoiletten auf Festivals oder Baustellen an. ...

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