90 Flüchtlinge in der Landespolizeischule

In der Landespolizeischule in Kiebitzhörn sollen ab heute Flüchtlinge wohnen.
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In der Landespolizeischule in Kiebitzhörn sollen ab heute Flüchtlinge wohnen.

Kiebitzhörn wird heute für fünf Wochen zur provisorischen Erstaufnahmestation

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14. Juli 2015, 14:34 Uhr

Die Landespolizeischule in Kiebitzhörn bei Malente wird kurzfristig zum Not-Aufnahmequartier für Flüchtlingsfamilien umfunktioniert: Dort sollen heute bereits 90 Menschen vor allem aus Syrien und Afghanistan Unterkunft finden, ein Drittel davon minderjährig. Sie waren bisher behelfsmäßig in einer Schulturnhalle in Neumünster untergebracht.

Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten hatte die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin am 8. Juli um schnelle Hilfe gebeten. Seitdem laufen die Vorbereitungen, das Dienstgebäude in der Außenstelle Kiebitzhörn vorübergehend für familiengerechtes Wohnen herzurichten. „Wir haben 102 Betten dort, aber die Infrastruktur ist nur fürs kurzzeitige Übernachten von Lehrgangsteilnehmern gedacht. Jetzt brauchen wir Wasserkocher, Küchenutensilien, Material zur Säuglingspflege, Spielzeug, Waschmaschinen, mehr Abfallbehälter – eben alles, was zum Alltagsleben von Familien notwendig ist“, sagte gestern Rüdiger Schwarz, Pressesprecher der Polizeidirektion. Unklar sei, ob ein Transportservice für Besorgungen in Eutin oder Malente eingerichtet werden könne.

Nach seinen Angaben sollen die Flüchtlinge zur Erstaufnahme gut zwei Wochen in Kiebitzhörn bleiben, bevor sie auf die Kreise im Land verteilt werden. Dann könnte eine zweite Belegung bis zum 21. August folgen, danach soll die Landespolizeischule, so die Planung, wieder ihrem eigentlichen Zweck dienen.

In der Zwischenzeit werden die Lehrgänge für Polizeibeamte aus dem ganzen Land in die Polizeidirektion nach Eutin verlagert; erleichtert wird diese Umorganisation durch die Urlaubszeit. „Wir haben auf Hubertushöhe derzeit Kapazitäten frei, aber mittelfristig brauchen wir natürlich Kiebitzhörn weiter für die Fortbildungsarbeit“, sagte Schwarz.

Der Kreis Ostholstein soll dieses Jahr 1400 Flüchtlinge aufnehmen. Die Hälfte dieses Kontingents ist bereits da.

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