Ostholstein : 70 Einsätze innerhalb von vier Stunden

Land unter hatte der Bewohner dieses Einfamilienhauses in Thürk in seinem Garten. Das Wasser stand bis an die Schwelle und drohte ins Haus zu laufen.
Land unter hatte der Bewohner dieses Einfamilienhauses in Thürk in seinem Garten. Das Wasser stand bis an die Schwelle und drohte ins Haus zu laufen.

Das Sturmtief Xavier sorgte auch in Ostholstein gestern für umgestürzte Bäume, Überschwemmungen und andere Unwetterfolgen.

shz.de von
05. Oktober 2017, 14:50 Uhr

Das Sturmtief „Xavier“ hinterließ Spuren. Allein für Ostholstein liefen gestern in der Zeit von 12.30 bis 17 Uhr mehr als 70 Einsatzmeldungen auf. Wasser musste abgepumpt werden (39 Einsatzmeldungen), Straßen und Gleise von Bäumen befreit (20), anderes, was zu Bruch gegangen war (4), musste beiseite geräumt werden. Die Polizei sprach von verletzten Menschen, konnte aber für Ostholstein bis Redaktionsschluss keine näheren Angaben machen.

Der Bahnverkehr wurde bis auf die Strecke Niebüll-Westerland um 14 Uhr in ganz Schleswig-Holstein eingestellt, wie das Unternehmen bekanntgab. In der Probstei bei Holm fiel der Strom für eine gute halbe Stunde aus. Das teilte die SH-Netz-AG mit.

Die meisten Meldungen betrafen Lenz-Einsätze, wobei der Einsatz in Thürk den Feuerwehren schon einiges abverlangte. In der Bergstraße liefen Teiche über. Das Wasser drohten in ein Haus zu laufen. Mit Hochleistungspumpen kämpften 40 Einsatzkräfte aus Thürk, Hutzfeld-Brackrade und Bichel-Wöbs-Löja dagegen an. Doch brachte das umgepumpte Wasser nun auch ein Regenrückhaltebecken fast zum Überlaufen. Am Ende verhinderte der normale Rückgang des Wassers Schlimmeres, wie es hieß. In Eutin wurde die Kerntangente wegen Überschwemmung für den Verkehr gesperrt. Von der Feuerwehr waren keine Angaben für Ostholstein zu bekommen, da die Kreiswehrführer und der Pressesprecher selbst im Einsatz waren.

Geduld brauchten auch die Bahnfahrer im Land. Gegen 14 Uhr hatte die Bahn AG den Schienenverkehr eingestellt und bis 19 Uhr noch nicht wieder aufgenommen. Bis zu der Zeit hatte das Unternehmen kaum Busse für den Schienenersatzverkehr organisieren können, wie Angelika Theidig, eine Unternehmenssprecherin sagte. Die Fahrgäste sollten sich heute in jedem Fall rechtzeitig im Internet informieren, riet sie.

Die Polizei ging gestern davon aus, dass die Arbeiten vermutlich bis in die Nacht hinein dauern werden. Sturmtief Xavier hatte sich da längst verzogen. Kurz vor 16 Uhr war er aus Eutin abgezogen.

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